Kommunikation

»Ohne Netzwerk kein Erfolg«

Warum Business Beziehungen braucht

Das Gespräch gehört zum Geschäft: Seit jeher können Kontakte Türen öffnen und neue unternehmerische Chancen entstehen lassen. Doch ist klassisches Networking eigentlich noch zeitgemäß – oder kann KI auch in dieser Hinsicht helfen, Abläufe effizienter zu gestalten? Mit ihrem neuen Projekt »swipecor« sind Bernhard Schindler und Dr. Alexander Chaloupka angetreten, bewährte Strukturen des Networkings grundlegend zu hinterfragen. Welche Verbesserungen sich die Unternehmer von der KI-basierten B2B-Plattform erhoffen und welche Gedanken sie am Tag des Launchs begleitet haben, haben sie uns im Interview erzählt.

17 Min.

05.10.2026

Herr Schindler, Herr Dr. Chaloupka, wie haben Sie den Tag des »swipecor«-Launchs erlebt: Als Abschluss einer langen Entwicklungsphase oder als Startschuss für etwas Neues?

Bernhard Schindler:
Ganz klar als Startschuss! Ein Launch ist kein Pokal. Er ist ein Versprechen, das man ab jetzt jeden Tag einlösen muss. Natürlich steht dahinter eine intensive Entwicklungsphase. Wenn man so viel Energie in ein Vorhaben steckt, ist dieser Schritt etwas Besonderes. Aber ich verwechsle die Vorstellung eines Produkts nicht mit dem Beweis seines Erfolgs. Eine Bühne kann man vorbereiten. Den Alltag der Nutzer muss man sich verdienen. Für mich steht an diesem Punkt deshalb weniger die Frage im Mittelpunkt, wie wir uns selbst feiern, sondern was wir jetzt für Unternehmer leisten. Wir wollen mit »swipecor« einen anderen Zugang zu Geschäftsanbahnung schaffen. Weg von der Vorstellung, dass eine möglichst große Kontaktliste bereits einen wirtschaftlichen Wert darstellt. Hin zu der Frage: Wer passt zu meinem Unternehmen, wer braucht meine Leistung und mit wem lohnt sich ein konkretes Gespräch? Mit unserer KI-gestützten B2B-Plattform legen Unternehmen kostenlos ihren eigenen Space an und machen dort deutlich, an was sie anbieten und wonach sie suchen. »swAIper« ist der Businessagent, der passende Verbindungen und Geschäftschancen sichtbar machen soll. Bildlich gesagt: Dein Handy hat Siri, dein Zuhause hat Alexa – dein Business bekommt »swAIper«. Hinter diesem Satz steht ein sehr ernsthafter Anspruch: Technologie soll nicht nur unterhalten oder organisieren, sondern Unternehmer bei der Geschäftsentwicklung unterstützen.

Dr. Alexander Chaloupka:
Für mich war der Launch deshalb vor allem der Moment, in dem aus einer langen Entwicklungsarbeit ein Produkt für echte Unternehmer geworden ist. Ich habe die Entwicklung über viele Monate eng begleitet und als Product Owner versucht, die ursprüngliche Vision immer wieder in konkrete Funktionen zu übersetzen. Das war eine spannende Aufgabe, weil wir ständig zwischen Vision und Realität vermitteln mussten: Was wollen wir langfristig erreichen – und was muss ein Unternehmer heute tatsächlich auf dem Smartphone sehen und tun können? Wir haben über 8.000 Stunden Entwicklungsarbeit investiert. Aber auch das ist am Ende nur eine Zahl. Jetzt beginnt die entscheidende Phase: Wir müssen zeigen, dass daraus ein echter Nutzen für Unternehmen entsteht.

Bernhard Schindler:
Der Einstieg ist bewusst offen: Es gibt keine Mitgliedschaft, der eigene Space ist kostenlos, und ab sofort können Nutzer SwipeCoins sammeln. Für jede erfolgreiche Empfehlung gibt es 250 SwipeCoins. Ab dem 1. Oktober 2026 können diese für Leads eingesetzt werden. Wer jetzt seinen Space aufbaut und passende Unternehmer auf »swipecor« aufmerksam macht, kann also bereits die Grundlage für seine spätere Nutzung schaffen. Wir denken dieses Vorhaben europäisch und mit weltweitem Anspruch. Aber ein internationaler Anspruch ersetzt keinen funktionierenden ersten Schritt. Entscheidend ist zunächst, dass ein Unternehmer versteht, wofür die Plattform gut ist, und dass die Erfahrung im Alltag diesem Anspruch gerecht wird. Es bringt nichts, von der ganzen Welt zu sprechen, wenn man den konkreten Bedarf eines einzelnen Betriebs nicht ernst nimmt. Deshalb beginnt für mich mit dem Launch die nächste, mindestens ebenso wichtige Aufgabe: zuhören, verbessern, Prioritäten setzen und Nutzen liefern. Applaus am Abend ist schön. Ein Unternehmer, der später sagt: »Diese Verbindung hat mein Geschäft wirklich weitergebracht«, ist der Maßstab.

Wie ist die Idee für ein KI-basiertes Matchmaking-System überhaupt zustande gekommen? Inwiefern gab es auf dem Weg bis zum fertigen Produkt Hürden, die es zu überwinden galt?

Bernhard Schindler:
Die Idee ist aus einer ziemlich einfachen Erkenntnis entstanden: Gute Kontakte sind wertvoll! Aber der passende Kontakt im richtigen Moment ist etwas völlig anderes. Ich beschäftige mich seit mehr als 25 Jahren mit Vertrieb, Unternehmertum und Networking. Ich habe Menschen zusammengebracht, Geschäftsmöglichkeiten erkannt und erlebt, welche Wirkung eine wirklich passende Verbindung entfalten kann. Deshalb bin ich nicht gegen Netzwerke. Ich bin gegen die Bequemlichkeit, bloße Kontaktmengen schon für einen Erfolg zu halten. Auch aus meiner Arbeit mit Unternehmern kenne ich den Unterschied sehr genau. Wenn jemand ein konkretes Problem hat, hilft ihm nicht der Hinweis, dass irgendwo in einem Raum bestimmt ein interessanter Mensch steht. Dann muss jemand zuhören, den Bedarf verstehen und überlegen: Wer kann tatsächlich helfen? Genau darin liegt die Qualität guten Matchmakings – und nicht im Verteilen von Namensschildern.

Dr. Alexander Chaloupka:
Ich habe Bernhard ursprünglich über den Schindler Circle kennengelernt. Was mir dabei sehr schnell aufgefallen ist, war seine Fähigkeit, Menschen und Unternehmen miteinander zu verbinden. Wir haben uns darüber auch persönlich sehr gut verstanden. Irgendwann kam die Frage auf, ob ich ein Software-Team kenne, das eine solche Idee umsetzen könnte. Daraus ist zunächst einmal die Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam entstanden. Je länger ich mich mit dem Konzept beschäftigt habe, desto klarer wurde mir aber, dass dahinter etwas viel Größeres steckt. Es ging eben nicht nur um Networking. Es ging um die Frage, wie man Kunden, Partner, Lieferanten, Dienstleister und konkrete Geschäftsmöglichkeiten intelligenter zusammenbringen kann. Irgendwann war für mich klar: Das müssen wir bauen.

Bernhard Schindler:
Irgendwann stellt sich aber die Frage nach der Grenze der eigenen Person. Ich kann nicht jedes Gespräch führen, jede Veränderung verfolgen und jede mögliche Verbindung selbst herstellen. Die Grundidee von »swipecor« war deshalb: Wie lässt sich die Fähigkeit, Angebot und Bedarf sinnvoll zusammenzubringen, technologisch unterstützen und über die Reichweite eines einzelnen Menschen hinaus nutzbar machen? Nicht die menschliche Beziehung automatisieren, sondern ihren relevanten Anfang erleichtern. Daraus ist mit Jannis Brendel, Josef Köppl, Dr. Alexander Chaloupka und mir ein gemeinsames Gründervorhaben geworden. Vier Gründer, 14 Monate Entwicklung und knapp 200 Entwickler: Hinter »swipecor« steckt keine spontane Idee, die am Wochenende eine Oberfläche bekommen hat.

Dr. Alexander Chaloupka:
Und ich habe die Entwicklung dabei nicht aus der Distanz begleitet. Ich bin selbst Unternehmer und trage parallel Verantwortung in meinem eigenen Unternehmen. Deshalb war mir immer wichtig, die Perspektive des tatsächlichen Anwenders einzubringen. Wir haben sehr viele Diskussionen darüber geführt, was wirklich notwendig ist und was nur technisch interessant klingt. Am Ende muss eine Funktion immer die Frage beantworten: Hilft sie einem Unternehmer, schneller zu einer relevanten Geschäftsmöglichkeit zu kommen? Die zentralen Elemente – Space, Swipecards, »swAIper«, Stages und Malls – müssen deshalb als ein System funktionieren und nicht als einzelne Features.

Bernhard Schindler:
Im Zentrum stehen der eigene Space, »swAIper« und das Matchmaking. Entscheidend ist aber nicht, wie viele Funktionen wir aufzählen können. Für den Nutzer muss zuerst der Kern verständlich sein: Was biete ich, was suche ich, und wo entsteht daraus eine passende Geschäftsmöglichkeit?

Die zentralen Hürden liegen bei einem solchen Vorhaben in der Verbindung von Einfachheit, Relevanz und Verlässlichkeit. Ein Unternehmer soll keine komplizierte Technik verstehen müssen. Gleichzeitig braucht sinnvolles Matching aussagekräftige Informationen. Viele Funktionen allein machen noch kein gutes Produkt. Und eine große Vision hilft wenig, wenn die grundlegende Anwendung nicht verständlich ist. Diese Spannungen muss man in der Entwicklung immer wieder auflösen. Dazu kommt die unternehmerische Disziplin: priorisieren, Entscheidungen treffen und akzeptieren, dass nicht jede gute Idee gleichzeitig umgesetzt werden kann. Das ist oft weniger glamourös als die große Ankündigung, aber wesentlich für das Ergebnis. Ein Konzept kann auf jeder Folie glänzen. Ein Produkt muss an einem ganz gewöhnlichen Dienstag im Unternehmen funktionieren. Genau dafür bauen wir »swipecor«.

Ein solches Vorhaben muss sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht rechnen. Welche Faktoren haben Sie im Vorfeld geprüft, um die Tragfähigkeit von »swipecor« einzuschätzen?

Bernhard Schindler:
Die entscheidende Frage ist nicht: Wie viele Menschen finden die Idee gut? Sondern: Ist das Problem wichtig genug, dass Unternehmen eine gute Lösung dauerhaft nutzen? Ein begeistertes Gespräch ist noch kein Markt. Eine Registrierung ist noch kein Umsatz. Und ein ambitionierter Finanzplan ist noch kein Geld auf dem Konto. Wer diese Dinge verwechselt, baut vielleicht eine überzeugende Präsentation, aber noch kein tragfähiges Unternehmen. Bei der wirtschaftlichen Betrachtung stehen für mich deshalb mehrere Faktoren im Mittelpunkt. Zuerst der Bedarf: Unternehmen brauchen Kunden, Partner und Zugang zu passenden Geschäftsmöglichkeiten. Entscheidend ist allerdings, ob wir bei dieser Aufgabe spürbar helfen können. Der Bedarf an neuen Kunden beweist noch nicht, dass jede Plattform zur Kundengewinnung sinnvoll ist. Wir müssen die Lücke zwischen einer großen Kontaktmenge und einer relevanten Verbindung tatsächlich verkleinern.

Dr. Alexander Chaloupka:
Aus meiner Sicht muss man dabei auch die Realität des Mittelstands berücksichtigen. Ein Unternehmer fragt nicht zuerst, wie innovativ eine Plattform technisch ist. Er fragt: Was bringt mir das? Wenn er mit »swipecor« beispielsweise einen Kunden, einen geeigneten Partner oder einen Lieferanten schneller findet, ist der Nutzen unmittelbar verständlich. Genau deshalb war uns wichtig, das Produkt nicht als reine Technologieplattform zu denken. Es soll ein Werkzeug für den täglichen Geschäftsalltag sein.

Bernhard Schindler:
Dann geht es um den Einstieg und das Erlösmodell. Bei »swipecor« ist der eigene Space kostenlos und es gibt keine Mitgliedschaft. Wir wollen keine monatliche Eintrittskarte verkaufen, nur, damit ein Unternehmer überhaupt dabei sein darf. Das wirtschaftliche Modell knüpft an die Nutzung von Leads über SwipeCoins an. SwipeCoins können gesammelt werden; zusätzliche Coins können erworben werden. Wichtig ist die Unterscheidung: Damit wird der Zugang zu Leads ermöglicht, nicht ein garantierter Vertragsabschluss gekauft. Ob daraus Umsatz entsteht, hängt auch von Angebot, Bedarf, Gespräch und Umsetzung ab. Schon jetzt können Nutzer SwipeCoins sammeln. Für jede erfolgreiche Empfehlung erhalten sie 250 SwipeCoins; ab dem 1. Oktober 2026 können diese für Leads eingesetzt werden. Darin steckt auch eine Logik für den Plattformaufbau: Nutzer können passende weitere Unternehmen einladen und zugleich ein Guthaben für ihre eigene Nutzung aufbauen. Aber Empfehlungen dürfen kein Selbstzweck sein. Mehr Konten sind nur dann wertvoll, wenn die passenden Angebote und die passende Nachfrage zusammenkommen. Ein weiterer entscheidender Faktor ist deshalb die Qualität des Wachstums. Eine Plattform braucht nicht bloß Masse, sondern relevante Teilnehmer und wiederkehrenden Nutzen. Dazu kommt die Kostenseite: Entwicklung, laufender technischer Betrieb, KI-Nutzung, Betreuung und Vermarktung müssen langfristig durch ein belastbares Erlösmodell getragen werden. Kostenloser Einstieg darf nicht mit kostenloser Leistungserbringung auf unserer Seite verwechselt werden. Diese Rechnung muss wirtschaftlich aufgehen. Was sich erst im Betrieb beweisen kann, werde ich nicht vorab als gesichertes Ergebnis ausgeben. Entscheidend werden wiederkehrende Nutzung, die Qualität der Leads und das Verhältnis von Erlösen zu den laufenden Kosten sein. Wir müssen belegen, dass Unternehmen einen Grund haben, wiederzukommen – und dass wir diesen Nutzen wirtschaftlich bereitstellen können. Ich will kein Unternehmen, das nur in der nächsten Finanzierungspräsentation funktioniert. Ich will ein Unternehmen, dessen Kunden erklären können, warum es ihnen etwas bringt.

Sie, Herr Schindler, sind als »Mr. Network« bekannt. Haben Sie keine Sorge, dass Ihre eigene KI-Lösung Ihnen eines Tages den Job streitig machen könnte?

Bernhard Schindler:
Nein. Wenn mein Geschäftsmodell nur darin bestünde, ein paar Telefonnummern zu kennen, dann wäre es höchste Zeit, es infrage zu stellen. Ich kann nicht seit Jahren von Innovation sprechen und dann nervös werden, sobald sie meine eigene Arbeitsweise berührt. Unternehmertum bedeutet doch nicht, den persönlichen Status quo bis zum letzten Atemzug zu bewachen. Es bedeutet, ein Problem für den Kunden besser zu lösen – auch dann, wenn man dafür seine eigene Rolle verändern muss. Der Titel »Mr. Network« ist für mich keine geschützte Komfortzone. Er steht für die Fähigkeit, Menschen, Möglichkeiten und konkrete Bedürfnisse zusammenzudenken. Wenn Technologie mir hilft, einen Teil dieser Arbeit über meine persönliche Reichweite hinaus zugänglich zu machen, ist das keine Bedrohung. Es ist die konsequente Weiterentwicklung dessen, wofür ich stehe.

Mein Leitsatz lautet ONKE: »Ohne Netzwerk kein Erfolg«. Daran hat sich nichts geändert. Was sich ändern muss, ist unsere Vorstellung davon, was ein gutes Netzwerk leistet. Es reicht nicht, viele Namen zu kennen. Entscheidend ist, ob daraus relevante Verbindungen, Hilfe, Zusammenarbeit und Geschäft entstehen. Wenn ich zugespitzt sage „Netzwerken ist tot“, dann meine ich das ritualisierte Sammeln von Kontakten ohne Konsequenz. Nicht die menschliche Beziehung. Die wird dadurch nicht weniger wichtig, sondern umso wertvoller.

Dr. Alexander Chaloupka:
Ich sehe das ähnlich. Für mich ist »swAIper« kein Ersatz für das Netzwerk, sondern eine Erweiterung menschlicher Möglichkeiten. Bernhard hat über viele Jahre ein enormes persönliches Netzwerk aufgebaut. Aber selbst ein Mensch mit einem außergewöhnlich großen Netzwerk kann nicht jederzeit wissen, welches Unternehmen gerade welches Problem hat. Genau da kann Technologie helfen. Wenn »swAIper «irgendwann einen Kontakt findet, den Bernhard oder ich selbst nicht auf dem Radar gehabt hätten, dann hat die Technologie ihren Zweck erfüllt.

Bernhard Schindler:
»swAIper« soll bei der Suche und Zuordnung unterstützen. Er nimmt mir aber nicht das anspruchsvolle Gespräch ab, in dem ein Unternehmer seine eigentliche Herausforderung erst formuliert. Er übernimmt keine persönliche Verantwortung für mein Wort. Und er ersetzt nicht die Erfahrung, mit der ich in einer schwierigen Situation einschätze, ob eine Zusammenarbeit wirklich trägt. Wenn die Technologie Routinearbeit reduziert, entsteht vielmehr Raum für genau diese Aufgaben. Ich möchte auch nicht, dass gute Geschäftsmöglichkeiten davon abhängen, ob jemand zufällig Bernhard Schindler persönlich kennt. Das wäre kein großer unternehmerischer Anspruch, sondern ein ziemlich enges Nadelöhr. Mit »swipecor« wollen wir den Zugang öffnen: kostenloser Space, keine Mitgliedschaft und eine Technologie, die relevante Verbindungen unterstützen soll. Mein persönlicher Kontakt darf ein Mehrwert sein. Er sollte aber keine Zugangsvoraussetzung zu guten Chancen sein. Natürlich wird sich meine Arbeit dadurch verändern. Das soll sie sogar. Ich habe »swipecor« nicht gegründet, um mich selbst unersetzlich zu machen. Ich habe es gegründet, damit gute Verbindungen nicht mehr an meiner verfügbaren Zeit scheitern. Wer seine eigene Idee aus Angst vor Veränderung klein hält, sollte anderen keine Innovationsvorträge halten.

Wenn wir in einem Jahr wieder miteinander sprechen: Was müsste sich bis dahin ereignet haben, damit Sie »swipecor« als Erfolg bezeichnen?

Bernhard Schindler:
Dann möchte ich nicht nur sagen können, wie viele Menschen sich registriert haben. Ich möchte zeigen können, was sich für Unternehmen durch »swipecor« konkret verbessert hat. Große Nutzerzahlen sehen in Präsentationen gut aus. Aber ein digitales Branchenbuch voller ungenutzter Profile wäre für mich noch kein Erfolg. Ebenso wenig eine Plattform, auf der ständig etwas passiert, ohne dass für die Beteiligten etwas Relevantes daraus entsteht. Der erste Maßstab ist deshalb die Qualität der Verbindungen. Finden Unternehmen Angebote und Ansprechpartner, die wirklich zu ihrem Bedarf passen? Entstehen daraus ernsthafte Gespräche? Und können Nutzer anschließend von tatsächlichen Kooperationen, neuen Kunden oder einer spürbar erleichterten Geschäftsanbahnung berichten? Dabei will ich sauber unterscheiden: Ein Vorschlag ist noch kein Gespräch, ein Gespräch noch kein Auftrag. Wer Erfolg behauptet, muss auch erklären können, was genau er darunter versteht.

Dr. Alexander Chaloupka:
Für mich sind es die sehr einfachen Sätze, an denen wir uns messen lassen sollten: »Durch »swipecor« habe ich einen Kunden gefunden« oder: »swAIper hat mir einen Partner vorgeschlagen, den ich selbst niemals gefunden hätte«.

Wenn Unternehmer solche Sätze irgendwann aus eigener Erfahrung sagen, dann haben wir etwas erreicht. Denn dann reden wir nicht mehr über Technologie. Dann reden wir über echten geschäftlichen Nutzen.

Bernhard Schindler:
Der zweite Maßstab ist die wiederkehrende Nutzung. Kommen Unternehmer zurück, weil »swAIper« und ihr Space einen festen Platz in ihrer Arbeit bekommen haben? Halten sie ihre Informationen aktuell, weil sie den Nutzen verstehen? Empfehlen sie »swipecor« weiter, weil es ihnen tatsächlich hilft? Die 250 SwipeCoins für eine erfolgreiche Empfehlung können einen Anstoß geben. Dauerhaft tragen muss die Empfehlung aber die Überzeugung: Das ist für dein Unternehmen relevant. Der dritte Maßstab ist die Verlässlichkeit. Ein Unternehmer will nicht ständig darüber nachdenken, ob ein digitales Werkzeug gerade funktioniert oder wie er es bedienen muss. Er will arbeiten. Deshalb gehören Verständlichkeit, Stabilität und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Informationen der Nutzer für mich genauso zum Erfolg wie die sichtbare Geschäftschance. Eine Plattform muss Vertrauen verdienen – nicht nur Aufmerksamkeit.

Dr. Alexander Chaloupka:
Ich würde noch einen Punkt ergänzen: Wir müssen irgendwann erleben, dass »swipecor« nicht nur dann funktioniert, wenn jemand aktiv davor sitzt. Das ist für mich die langfristige Vision von »swAIper«. Dass ich morgens aufwache und mein Business-Agent bereits relevante Entwicklungen, Unternehmen oder Möglichkeiten für mich erkannt hat. Dass er im Hintergrund arbeitet, während ich schlafe oder unterwegs bin. Nicht um mir Entscheidungen abzunehmen. Sondern um mir zu sagen: Hier könnte etwas für dich interessant sein. Dann wird aus einem digitalen Werkzeug irgendwann tatsächlich ein Business-Assistent.

Bernhard Schindler:
Und selbstverständlich gehört eine wirtschaftliche Perspektive dazu. Wir müssen zeigen, dass kostenloser Einstieg, relevante Nutzung und ein tragfähiges Erlösmodell zusammenpassen. Unser Anspruch reicht über Deutschland hinaus nach Europa und in weitere Märkte. Aber ich würde belastbaren Nutzen in einem Markt jederzeit einer langen Liste von Ländern vorziehen, in denen zwar Registrierungen existieren, aber keine relevanten Verbindungen entstehen. Bis dahin soll auch deutlich werden, dass SwipeCoins kein bloßer Sammelanreiz sind. Nutzer können sie ab sofort aufbauen und ab dem 1. Oktober 2026 für Leads einsetzen. Entscheidend ist nicht, wie eindrucksvoll der Coin-Kontostand aussieht, sondern welche sinnvollen Möglichkeiten daraus entstehen. Wenn wir in einem Jahr Unternehmer zu Wort kommen lassen können, die konkret und nachvollziehbar sagen: »Über »swipecor« haben wir einen passenden Kunden oder Partner gefunden, den wir sonst nicht erreicht hätten«, dann ist das für mich ein ernsthafter Erfolgsbeleg. Ich will keine Plattform, auf der Unternehmer ihre Zeit verlieren. Ich will eine, mit der sie geschäftlich weiterkommen. Alles andere wäre mir zu wenig.

Unser Gesprächspartner:

»Keine Theorie, kein Blabla« – so lautet das Credo von Bernhard Schindler. Der als »Mr. Network« bekannte Unternehmer ist als Investor, Coach und Moderator tätig und fokussiert sich auf Markenaufbau, Interaktion und die Kraft echter Netzwerke.

 

 

Unser Gesprächspartner:

Dr. Alexander Chaloupka bildet die Schnittstelle zwischen Technologie und Unternehmertum. Bei swipecor bringt er diese Expertise als Mitglied des Founder Boards ein und verbindet so Vision und Innovation.

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