Ich bin nie mit der Absicht gestartet, »Influencerin« zu werden. Zu der Zeit, als ich angefangen habe, auf Instagram zu posten, gab es das gefühlt noch gar nicht. Ich habe meinen Account damals eher als eine Art Tagebuch genutzt und um Bilder zu bearbeiten bzw. die Farbfilter zu verwenden. Nach und nach sind mir immer mehr Menschen gefolgt und es hat sich einfach von selbst so entwickelt.
Ich denke, wichtig ist, nicht mit dem Ziel »Ich will Influencer werden« zu starten, sondern vor allem mit Freude an Fotografie, dem Erstellen von Vlogs oder dem Wunsch, einen Mehrwert für sich selbst und andere zu schaffen.
Ich hätte früher gerne viel mehr über das Thema Selbstständigkeit gewusst – Steuern, Gewerbeanmeldung, Rechnungen schreiben, Produkte versteuern usw. Einige dieser Themen hätte ich mir auch schon in der Schule gewünscht.
Durchhaltevermögen, Kreativität und vor allem Verantwortungsbewusstsein – denn es ist ein Business wie jedes andere. Es ist eben nicht jeden Tag alles toll und es geht nicht nur darum, schöne Fotos oder Videos zu machen.
Ich würde eher sagen, dass ich mich von anderen Content-Creatorinnen und -Creator inspirieren lasse – nicht beeinflussen. Ich achte sehr darauf, wem ich folge und welcher Content mir guttut und ein gutes Gefühl gibt. Alles, was mich in den Vergleich zieht – was definitiv auch mal vorkommt – reflektiere ich, und sortiere gegebenenfalls aus. Bewusster Medienkonsum und Aufklärung sind enorm wichtig. Denn alles, was wir online sehen, ist nur ein Bruchteil der Realität. Creator entscheiden ganz genau selbst, was sie mit uns teilen und was nicht.
Früher hat mich Kritik – oder eher Hate – stark getroffen. Ich dachte oft, wenn mehrere Leute etwas Negatives schreiben, zum Beispiel über meinen Körper, dann müsse ja etwas Wahres dran sein.
Heute weiß ich: Wenn jemand etwas Negatives kommentiert – und es keine konstruktive Kritik ist –, spiegelt das meist eher die eigenen Unsicherheiten der Person wieder als etwas über mich. Konstruktive Kritik ist natürlich willkommen. Ich bin immer offen für Austausch, für Reflexion und dafür, durch andere vielleicht auch neue Perspektiven einzunehmen.
Bild: Carina Møller-Mikkelsen