Ich habe schon immer unternehmerisch gedacht. Mir war klar, dass ich wachsen möchte – auch finanziell. Mit YouTube und allem drumherum sind die Möglichkeiten zwar groß, aber irgendwann gibt es ein Limit. Durch die vielen Döner-Tests habe ich Erfahrungen gesammelt, die so wahrscheinlich niemand sonst auf der Welt hat. Ich habe ein Gespür für dieses Produkt entwickelt und wusste: Das ist mein Ding.
Diesen Schatz wollte ich nutzen, um etwas Eigenes zu schaffen. Nur Reviews zu machen, wäre für mich keine Option mehr gewesen. Natürlich wird es die weiterhin geben, aber ich wollte unbedingt ein Produkt aufbauen, das meine Erfahrungen widerspiegelt – und genau daraus ist »Honest Kebab« entstanden.
Für mich war klar: Ein gutes Essen braucht hochwertige Zutaten. Deshalb habe ich mir drei Punkte auf die Fahne geschrieben: besser für den Menschen, besser für das Tier – durch Weiderind – und besser im Geschmack. Bei uns weiß jeder: Wenn das Produkt überzeugt, dann liegt das an der Qualität, nicht an Trickserei.
Zum einen, weil ich kein Finanzexperte bin. Ich habe in den letzten sechs Jahren durch YouTube Geld zurückgelegt und wollte das in mein eigenes Projekt investieren. So bleibe ich unabhängig und kann frei entscheiden. Zum anderen wollte ich niemanden an Bord haben, der am Ende in meine Marke reinredet oder das Produkt »kaputtspart«. »Honest Kebab« ist mein Projekt, meine Marke. Für den Standort in der Europapassage habe ich allerdings einen Partner dazugeholt – einfach, weil es für diesen Laden die sinnvollste Lösung war.
Vor fünf, sechs Jahren.
Ich habe mir eine dicke Haut zugelegt. 98 Prozent der Kritik basieren auf Neid oder Missgunst – das prallt ab. Aber wenn Kritik berechtigt ist, dann nehme ich sie an. Ich habe schon Videos gelöscht oder Fehlentscheidungen korrigiert, weil mir jemand einen berechtigten Einwand geliefert hat. Kritik ist wichtig, auch wenn online natürlich unglaublich viel Unsinn dabei ist.
Für mich gibt es ein Naturgesetz: Du musst geben, um zu empfangen. Deshalb habe ich auch immer andere Läden unterstützt – das kommt zurück. In meinen Augen ist das Physik: Aktion, Reaktion. Der Weg, den ich gegangen bin – von Hartz IV bis heute – zeigt mir, dass dieser Ansatz funktioniert. Man muss das leben und konsequent verinnerlichen.
Mein größter Kampf fand immer im Kopf statt. Ich habe seit meiner Kindheit eine Zwangsneurose, war deswegen auch in Behandlung. Das hat mich oft an meine Grenzen gebracht. Heute habe ich es zum Glück gut im Griff, aber es hat viele Jahre gedauert. Ich habe gelernt, Negativität aus meinem Kopf zu verbannen. Egal wie schwer es ist: Die Gedanken, die dich überwiegend beschäftigen, ziehen dich in deine Zukunft. Wenn du überzeugt bist, dass du es schaffst, dann wird es auch so kommen. Dieses Mindset war entscheidend für mich – auch für »Honest Kebab«.
Inzwischen schon besser. Früher habe ich mein Leben viel mehr auf Instagram geteilt. Heute setze ich klarere Grenzen. Wenn ich nicht gerade im Laden bin oder drehe, bin ich auch privat. Natürlich gibt es Überschneidungen – Ideen kommen auch abends und das Handy klingelt ständig –, aber im Großen und Ganzen brauche ich diese Trennung. Schwierig wird es nur, wenn man unterwegs ist und erkannt wird. Aber auch das gehört dazu.
Mein Ziel ist es, spürbar etwas in der Fast-Food-Welt zu bewegen – für Menschen und Tiere. Ein einzelner Laden reicht dafür nicht, deshalb will ich mittelfristig mehrere Standorte eröffnen. »Honest Kebab« soll deutschlandweit – vielleicht auch international – für Qualität und einen besseren Weg im Fast Food stehen.
MK
Bild: Oliver Hampel