Ich habe ich mit TikTok angefangen, weil ich auf Instagram und das klassische »Influencer-Sein« damals keine Lust hatte. Ich habe tatsächlich einfach aus Spaß angefangen Videos zu drehen, in denen ich meine Kinder nachspiele oder ich Situationen im Mama-Alltag lustig darstelle. Damals hätte ich niemals gedacht, dass ich mal Erfolg damit haben würde und wie schon gesagt, war von Instagram für mich lange gar keine Rede.
Erst ein Jahr nachdem ich angefangen hatte, bei TikTok meine Videos zu posten, habe ich mit Instagram begonnen, weil ich gesehen habe, dass auch dort nicht mehr nur das perfekte Leben gezeigt wird, sondern sich ein leichter Wandel ergeben hat.
Somit habe ich dann auch mit Instagram angefangen und mir dort so eine tolle und geile Community aufgebaut, wovon ich niemals geträumt hätte. Im Nachhinein bin ich super froh, mit Instagram begonnen zu haben, weil dort die Community-Bindung einfach eine andere ist und am meisten Spaß macht. Ich habe aber nie begonnen mit dem Gedanken »Ich muss damit jetzt Erfolg haben und ich will Influencer werden«. Ich habe aus Spaß angefangen – natürlich mit dem Gedanken »Stell dir mal vor, das wird erfolgreich«. Deshalb war ich auch erstmal ein Jahr nur bei TikTok aktiv, weil für mich der Spaß im Vordergrund stand. Vielleicht ist das der Tipp: erstmal bei TikTok in das Ganze reinzuwachsen.
Es gibt diesen schönen Spruch »Social Media ist kein Sprint, sondern ein Marathon« – und das stimmt. Man braucht sehr viel Durchhaltevermögen und Geduld. Es gibt wie überall Höhen und Tiefen, durch die man wachsen muss. Es ist natürlich das eigene Leben, was man dort zu 100 Prozent präsentiert, wodurch man natürlich auch kritisiert wird, aber man ist selbst nur ein Mensch, der wächst und sich entwickelt. Man kann nicht immer alles perfekt machen und entscheiden. Also ein Gefühl und ein Verständnis für das, was man vermittelt, ist sehr wichtig. Ebenso tut es, glaube ich, sehr gut, ein Umfeld zu haben, das nicht in diesem Bereich tätig ist, um in der realen Welt zu bleiben.
»Sollte«, »hätte« und »müsste« sollten gar keine Ausdrücke hierfür sein, denn keiner sollte sich verbiegen oder Eigenschaften annehmen, die einem vielleicht gar nicht gefallen. Man sollte versuchen, man selbst zu bleiben (was oft schwerer ist als gesagt, eben weil der Druck mit mehr Reichweite auch wächst), aber ich glaube Spaß ist das Wichtigste, was man haben sollte. Man muss Spaß daran haben, sonst merkt man das vor der Kamera und dann schafft man es auch nicht so lange durchzuhalten, wenn die Zeiten mal »schwerer« sind.
Influencer beeinflussen stark die Lifestyle-Branche. Ich selbst merke immer wieder, wie ich in sämtlichen Lebenslagen »geinfluenced« werde. Ich denke aber, die Art der »Werbung« muss einiges umstellen. Werbung wird pauschal oft nicht als authentisch wahrgenommen, was schade ist, weil die meisten Influencer wirklich ausgewählte Werbung machen und nur Produkte vermarkten, die sie wirklich nutzen und wo sie hinter stehen. Das wird aber oft nicht so gesehen, weshalb die beiläufige »Werbung«, die man im Alltag so nebenbei sieht, besser funktioniert – was aber bei vielen Firmen noch nicht angekommen ist. Also um auf die Frage zu antworten: Influencer beeinflussen den Lifestyle schon, aber es muss eben authentisch sein, die Personen müssen einen persönlich ansprechen – nur dann inspiriert sie auch die Lifestyles der anderen.
Die Zeiten haben sich eben geändert. Man hat keine Idole mehr wie damals, die Superstars in Hollywood. Heute sind es die »Leute von nebenan«, so fühlt es sich zumindest bei Social Media an. Selbstverständlich habe ich auch Menschen, die mich inspirieren und die ich als Vorbilder sehe. Ich bewundere so viele Frauen da draußen und ich weiß, dass auch ich für manche eine Art Vorbild bin. Man sollte aber niemals vergessen, dass Social Media auch nur das zeigt, was die Influencer wollen, was man sieht. JEDER hat seine Macken, jeder hat seine Tief-Phasen und jeder hat auch seine Grenzen. Ich sehe so gerne super erfolgreiche Frauen z.B. aus Amerika oder Australien. Die haben aber ganz andere Ausgangssituationen als ich, weshalb ich vieles, was sie erreicht haben, niemals erreichen könnte. Und das sollte man nie vergessen: Idole haben? Ja! Vorbilder haben? Ja! Aber sich niemals vergleichen und an denen messen. Man muss immer seinen eigenen Weg schreiben.
Diese Frage ist immer schwer zu beantworten. Es kommt, glaube ich, immer darauf an, wie die Kritik aussieht. Alles, was ich bis heute an Kritik bekommen habe, hat mich nie groß getroffen, weil es immer Aussagen sind, bei denen man sofort merkt, dass diese Menschen mich überhaupt nicht kennen. Einzelne Kommentare, die böse sind – wo ich weiß, es ist Quatsch, was die schreiben –, lasse ich einfach stehen und ignoriere sie. Ich weiß, was ich tue, und ich weiß, wie die Wahrheit aussieht, und es wird immer Menschen geben, die etwas Schlechtes in allem sehen wollen, was man tut. Das ist auch ok, solange es nur doofe Kommentare sind. Man muss aber wissen, wenn man mit Social Media anfängt, dass es dazu gehört. Solange man aber über allem drüberstehen kann, weil man selbst mit sich im Reinen ist und man weiß, was die Wahrheit ist und dass man ein guter Mensch ist, kann einem das nicht viel anhaben.
Bild: Hayley Schrader