Ich hatte nie die Absicht, Content Creator zu werden. Als ich 2016 neben meinem Studium (Philosophie und Medien) anfing, Content zu posten, war der Beruf auch noch gar nicht so verbreitet.
Mein Wunsch war immer, mit Sport Geld zu verdienen. Ich fing an, meine Trainingseinheiten zu posten und so wurden dann Brands auf mich aufmerksam. Dann hat alles seinen Lauf genommen und mittlerweile darf ich nicht nur als Content Creator und Markenbotschafterin von Marken wie Under Armour arbeiten oder weltweit der erste Fitness Creator sein, der von Red Bull unter Vertrag genommen wurde, sondern bin auch als Moderatorin tätig. Für diese Chancen bin ich sehr dankbar.
Dass es sich lohnt, in einen externen Videografen zu investieren. Bisher filme und schneide ich den meisten Content selbst, aber langsam beschleicht mich das Gefühl, ich bräuchte da mal Unterstützung.
Ansonsten bin ich froh, dass ich mich nie groß an anderen Content Creatoren orientiert habe. Der eigenen Linie treu zu bleiben und keine unnötigen Trends mitzumachen, ist der beste Tipp, den ich zum Glück aber schon immer befolgt habe. Es kommt nicht auf die schnellen Clicks an, sondern darauf, sich eine coole Community aufzubauen.
Du solltest wissen, welche Werte du vertrittst und wofür du stehst und auch eine harte Schale haben, sodass unangebrachte Kommentare dich nicht aus der Fassung bringen.
Du solltest aber auch nicht gleichgültig sein, denn für angebrachte Kritik sollte man offen sein.
Viele Fitness-Influencer vermitteln leider ein verzerrtes Bild vom »Fit sein«: Sichtbare Bauchmuskeln, Carbs verteufeln und jeden Tag perfekte Regenbogen-Bowls essen. Damit schaffen wir ein Ideal, das nichts mit Fitness zu tun hat. Bauchmuskeln haben wir schließlich alle – sichtbar werden sie bei niedrigem Körperfettanteil. Ich würde mir wünschen, dass es mehr Content gibt, der den Spaß an Bewegung und am Grenzen-Austesten unterstreicht. Bei dem es nicht darum geht, einem Körperideal hinterher zu eifern.
Meine größten Idole sind meine Eltern, die uns vier Kindern immer eingetrichtert haben, dass wir in unserer beruflichen Laufbahn immer genau das machen sollen, was uns Spaß macht. Denn dann werden wir darin gut sein und unseren Weg schon finden.
Zudem hat mein Papa, der neben seiner Anwaltskarriere Profi-Sportler war (Leichtathlet für 400m Hürden und Weitsprung), mir bezüglich des Trainings den wichtigsten Tipp gegeben: Es gibt nicht »den einen« richtigen Weg. Du musst finden, was für dich am besten funktioniert, und das durchziehen. Egal, was die anderen machen, denn die sind nicht du.
Das kann man auf alles beziehen (Ernährung, Sport, Schlaf etc.) denn für jeden von uns funktionieren andere Methoden und die muss man selbst herausfinden.
Wenn es offensichtlich eine Beleidigung oder eine unnötige Feststellung getarnt als Kritik ist, ignoriere ich sie. Ich habe aber zum Glück eine sehr positive Community.
Bild: Basti Sevastos