Ich würde nicht mal sagen, dass ich diesen Berufsweg so bewusst eingeschlagen habe. Für mich war bis vor einem Jahr Social Media lediglich ein Weg, um meine Musik zu promoten. Das hat allerdings nicht so besonders gut geklappt. Irgendwann, als ich für mich das Thema Musik ad acta gelegt habe, habe ich dann gedacht: Ich mache ab jetzt einfach mal die Sorte Content, die ich auch machen würde, wenn ich wüsste, niemand guckt zu – einfach das, was natürlich aus mir rauskommt. Nach ca. drei Monaten kamen dann die ersten Kooperationsanfragen.
Mein heutiges Mantra ist: Teile so wenig Persönliches wie möglich. Gerade wenn man jemand ist, der sich leicht Dinge zu Herzen nimmt, kann die rohe Gewalt der Bewertung, die ggf. über einen hereinbricht, sehr destruktiv sein. Man macht sich keine Vorstellung, an welchen scheinbar banalen, harmlosen Dingen sich Menschen so stören, dass sie empörte Nachrichten schicken. Da reicht teilweise das Verbrennen einer Wunderkerze an Silvester bereits aus.
Das würde ich mir ungern anmaßen zu beurteilen, denn es gibt viele Ansätze, die auf Social Media funktionieren. Aber für mich als Social-Media-Konsumentin haben Authentizität und eine gewisse Bodenständigkeit einen hohen Stellenwert.
Ich denke, sie beeinflussen die Unterhaltungsbranche schon stark. Heutzutage zählen die Social-Media-Statistiken oft mehr als alles andere; werden häufig als ein Garant für Aufmerksamkeit und Reichweite gesehen. Dementsprechend werden Influencer zunehmend auch für Projekte angefragt, mit denen sie im Normalfall gar nichts zu tun hätten. Das hat seine Vor- und Nachteile. Was ich irgendwie schön finde, ist, dass Social Media im Grunde fast allen Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu zeigen und ihre Leidenschaft zu teilen, auch ohne Kontakte in die entsprechende Industrie oder viel Budget im Hintergrund.
Aktuell bin ich sehr beeindruckt von der Influencerin Patrice Aminati – ihr Umgang mit ihrer schweren und leider auch unheilbaren Krebserkrankung inspiriert mich sehr. Es scheint ihr irgendwie gelungen zu sein, einen kompromisslosen Fokus auf die schönen Dinge in ihrem Leben zu haben und wirklich im Hier und Jetzt zu leben. Mir fällt das oft schwer, obwohl ich auch so viele Dinge habe, für die ich jeden Tag mehr als dankbar sein könnte. Aber der Fokus liegt oft auf den Sorgen oder den Dingen, die schwierig sind. Ich denke, das geht vielen Menschen so.
Über konstruktive Kritik bin ich ehrlich dankbar, selbst wenn man im ersten Moment vielleicht ein bisschen enttäuscht ist. Über persönliche Beleidigungen oder auch unwahre Behauptungen bin ich ehrlicherweise schon etwas traurig – aber glücklicherweise ist das die absolute Ausnahme auf meinem Kanal.
Bild: Alexander Schöwe