Ursprünglich habe ich meinen Bachelor und Master in dem Studienfach »Neue Medien« mit dem Schwerpunkt »Gaming« gemacht. Eigentlich wollte ich mit meinem Youtube-Kanal den künftigen Spielefirmen, bei denen ich mich bewerben wollte, zeigen, dass neben dem Programmieren, Modellieren und Animieren von Spielen auch das Spielen der Games – schon seit Kindheitstagen – zu meiner privaten Leidenschaft gehört. In diesem Aufnehmen und Hochladen der Videos habe ich als Hobby so viel Spaß gefunden, dass aus diesem Hobby dann nach dreieinhalb Jahren etwas Ernsteres wurde.
Mach dich nicht von anderen Creators abhängig, denn du kannst es auch noch alleine schaffen! Mir wurde zu Beginn immer eingeredet, dass man einen größeren Creator bräuchte, der einen pusht. Das ist aber Schwachsinn. Ich selbst habe es auch ohne geschafft.
Außerdem wäre es gut gewesen vorab zu wissen, welche Gefahren die Tätigkeit mit sich bringt. Zum Beispiel sollte man im privaten nicht zu close mit der Community sein und da lieber Abstand halten, da es Leute gibt, die – insbesondere zu kleineren Streamern – parasoziale Beziehungen aufbauen können. Dann kann es passieren, dass man gedoxxt wird. (Beim »Doxxing« werden personenbezogene Daten zusammengetragen und im Internet veröffentlicht, normalerweise mit bösartigen Absichten gegenüber den Betroffenen. Dadurch werden oft auch Personen identifiziert, die lieber anonym bleiben wollen)
Ebenso kann es zum Teil viel Hate geben, welcher einem an schlechten Tagen nicht guttun kann. Es muss auch gelernt werden mit Geld umzugehen. Ich persönlich wusste das zwar immer schon, habe aber bei vielen Kollegen gesehen, dass das zu Beginn problematisch sein kann. Deswegen bin ich der Meinung, dass man immer zunächst gearbeitet haben sollte, bevor man einer anderen Tätigkeit, wie dem Influencer-Dasein nachgeht. Eine Ausbildung oder ein Studium in der Hinterhand zu haben ist sehr wichtig, da es in der Branche durchaus von heute auf morgen vorbei sein kann.
Disziplin und Ehrgeiz sind für mich definitiv das Wichtigste.
Meiner Meinung nach beeinflussen Creator die Gaming-Branche schon sehr. Angenommen ein Youtuber oder Streamer sagt öffentlich, dass ein Game scheiße sei – so wie es letztens auch passiert ist – dann führt das durchaus dazu, dass einige das Spiel selbst nicht mehr spielen. Wie in allen anderen Influencing-Bereichen sollte hier durchaus aufgepasst werden, was wie zu welchen Dingen gesagt wird, weil es abhängig von der Reichweite durchaus Einfluss darauf haben kann, ob beispielsweise Leute das Spiel spielen möchten oder eben nicht.
Aber auf der anderen Seite kann natürlich auch positiv beeinflusst werden. So zeigt man den Leuten beispielsweise auch super viele Spiele, die sie bisher nicht auf dem Schirm hatten. So habe ich zum Beispiel im Video »My Child: Lebensborn« gespielt, welches bis zum heutigen Stand 1,7 Millionen Aufrufe hat. Obwohl es eigentlich nur ein Mobile Game ist, gibt es auch so die Möglichkeit kleine Indie-Juwelen bekannt zu machen. So ist zum Beispiel ja auch »Chilla’s Art« durch Gronkh und viele weitere Creator bekannt geworden und nun feiern alle das Game. Diesen Mehrwert kann das Influencen in der Gaming-Branche eben auch haben.
Ich habe definitiv auch Vorbilder gehabt. Das waren immer Gronkh, Pandorya, Handofblood, Pewdiepie – die fand ich immer ganz toll. Jetzt habe ich weiterhin meine Vorbilder, aber das sind heutzutage dann beispielsweise eher meine Eltern. Hier hat sich meine Sichtweise etwas verändert.
Mit Kritik gehe ich natürlich um. Wenn es gute Kritik ist, gehe ich mit dieser sehr gut um, nehme mir die auch zu Herzen und schaue gemeinsam mit der Community, wie ich diese passend umsetzen kann. Nur so hält man seine Community, wenn diese auch gehört wird. Aber Kritik hört bei mir mit Beleidigungen auf. Darin sehe ich keine Kritik mehr, das ist für mich keine Kritik. Wenn mir jemand konstruktive Kritik zukommen lässt, bei der ich merke, dass ich etwas besser machen kann, dann nehme ich diese gern an. Alles andere ist für mich dummer Hate, den ich nicht ernst nehme.
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