Meine Vision war nie, diesen Berufsweg einzuschlagen – das entstand aus reiner Leidenschaft zur Videoproduktion als Teenager. Denn 2012 – mit jungen 16 Jahren – startete ich meinen YouTube-Kanal als Hobby neben der Schule. Ich lieh mir Papas Camcorder und drehte die ersten Videos zum Thema Beauty aus meinem Kinderzimmer und später aus meinem Baumhaus aka »Cocos Filmstudio«. Während meiner Ausbildung zur Mediengestalterin von 2014 bis 2016 lernte ich viel, was ich in mein Hobby einfließen lassen konnte, und so stieg auch meine Reichweite und Community auf weiteren Social-Media-Plattformen. Erst 2017, also fünf Jahre nach dem Start meines YouTube-Kanales beschloss ich, dem Job »Influencer« nachzugehen. Bis heute versuche ich mich regelmäßig daran zu erinnern, dass meine Motivation auf meiner Leidenschaft zur Videoproduktion basiert.
Ich wäre sehr dankbar gewesen, gewusst zu haben, wie der Job hinter den Kulissen richtig funktioniert. Damit meine ich nicht die kreative Arbeit nach außen, sondern die Buchhaltung, Regelungen und Pflichten, die damit im Hintergrund einhergehen und auch gerne mal Nächte rauben können. Denn »man hält ja nur mal kurz das Handy hoch und macht ein schönes Bild von sich« ist es eben leider nicht. Dass dahinter echtes Business und eine Selbstständigkeit stehen, mit der mehr verbunden ist als »nur mal auf dem Handy oder der Kamera ›play‹ zu drücken«, hätte ich gerne früher gewusst. Von »Wie kennzeichne ich Werbung richtig?« über korrekte Vertragsverhandlungen bis hin zu »Wie mache ich beim Finanzamt alles richtig?« hatte ich viele offene Fragen und musste mir die Antworten lange selbst suchen.
Durchhaltevermögen, Kreativität und Authentizität. Ein virales Video bringt langfristig leider nicht den Erfolg im Job, daher ist Durchhaltevermögen ein wichtiger Punkt. Kreativität, um sich abzuheben und herauszustechen. Authentizität, um langfristig eine starke Community aufzubauen.
Influencer beeinflussen die Branche sehr. Ich begegne meiner Community auf Augenhöhe, erzähle und zeige, wofür mein Herz brennt, und schaffe mit meiner Authentizität Vertrauen. Das in Kombination beeinflusst enorm. Das muss man sich vorstellen, als wenn die beste Freundin brennend ein Produkt empfiehlt und dem gegenübergestellt eine neutrale TV-Werbung zum selben Produkt läuft. Von wem wirst du spontan mehr beeinflusst?
Ich lasse mich gerne von Influencern beeinflussen, denen ich schon lange folge und vertraue. Mich interessiert dabei besonders deren kreative Content-Arbeit – das öffnet für mich neue Ansätze in meiner Umsetzung. Ich werde auch gerne mal beeinflusst durch ein neues Klamottenstück oder ein Reiseziel. Ich konsumiere die Social-Media-Plattformen genauso gerne, wie ich sie beruflich nutze, denn meistens kommen mir die besten Content-Ideen, wenn ich als mein eigener User oder Kunde agiere.
Konstruktive Kritik nehme ich gerne an und freue mich, wenn sich jemand die Zeit nimmt, diese zu äußern – daran kann ich nur wachsen. Zum Glück ist destruktive Kritik bei mir selten, da ich eine liebenswerte Community habe und mich nie zu kritischen Themen äußere.
Bild: Coco Meins