Meine Motivation war nie, einfach nur Influencerin zu sein – sondern Menschen zu erreichen und etwas zu bewegen. Schon als Kind habe ich es geliebt, Geschichten zu erzählen, Fotos zu machen und Momente festzuhalten. Als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass Social Media nicht nur ein Ort für schöne Bilder ist, sondern eine Plattform, um wichtige Themen anzusprechen, die oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.
So sind auch meine Projekte »Love Always Wins« und »hörbar – Junge Stimmen für Menschlichkeit« entstanden. Sie zeigen, dass Reichweite nicht nur Unterhaltung bedeuten muss, sondern auch Verantwortung. Ich wollte nie einfach nur Likes sammeln – ich wollte etwas hinterlassen, das bleibt.
Ich hätte gerne gewusst, dass es nicht um Perfektion oder den ständigen Vergleich geht. Am Anfang habe ich oft gedacht, ich müsse mich anpassen, um erfolgreich zu sein. Heute weiß ich, dass meine größte Stärke darin liegt, authentisch zu bleiben – auch wenn das bedeutet, nicht jedem Trend hinterherzulaufen.
Mein Tipp wäre: Finde zuerst heraus, wer du bist und wofür du stehst, bevor du versuchst, dich zu vermarkten. Denn sonst verlierst du dich leicht in der schnelllebigen Welt von Social Media.
Echtheit, Durchhaltevermögen und Empathie. Echtheit, um eine Verbindung zu den Menschen aufzubauen, die dir folgen. Durchhaltevermögen, weil Erfolg nicht über Nacht kommt. Und Empathie, um zu verstehen, wie deine Inhalte wirken und welche Verantwortung du trägst.
Gerade bei der ehrenamtlichen Arbeit für meinen Verein »Love Always Wins« merke ich, wie wichtig es ist, zuzuhören und den Menschen hinter den Kommentaren zu sehen.
Enorm. Social Media kann wie ein Spiegel wirken – aber manchmal ist das Bild verzerrt. Als Influencerin trage ich dazu bei, wie Menschen sich selbst sehen. Deshalb versuche ich, ein realistisches und liebevolles Bild von Selbstwert, Vielfalt und Menschlichkeit zu vermitteln.
Wir alle wissen, wie schädlich unrealistische Vergleiche sein können. Umso wichtiger ist es mir, eine Plattform zu schaffen, auf der Menschen sich gesehen fühlen und nicht kleiner machen müssen, um dazuzugehören.
Mich inspirieren Menschen, die mit Leidenschaft und Integrität ihren Weg gehen – egal, ob sie Influencer sind oder nicht. Oft sind es Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft, Aktivistinnen oder auch Menschen aus meinem persönlichen Umfeld, die mich tief beeindrucken.
Aber natürlich lasse ich mich auch online inspirieren – vor allem von Menschen, die ihre Plattform für Aufklärung, Menschlichkeit und Veränderung nutzen.
Früher hat mich Kritik oft sehr verletzt, weil ich alles persönlich genommen habe. Heute versuche ich, konstruktiv zu unterscheiden: Ist es ein hilfreicher Impuls oder einfach nur verletzend gemeint?
Wenn Kritik mir hilft, mich weiterzuentwickeln, bin ich dankbar dafür. Wenn sie nur aus Hass oder Neid kommt, gebe ich ihr keine Macht mehr. Besonders durch »Love Always Wins« habe ich gelernt, dass respektvolle Diskussionen und konstruktiver Austausch der wahre Weg sind, um etwas zu verändern. Ein großer Teil meines Buches »Du verdienst den Tod!« handelt genau davon: wie ich mit Hass, Mobbing und Kritik umgegangen bin, welche Spuren das hinterlassen hat und wie ich es geschafft habe, meine Stimme trotzdem zu erheben. Heute filtere ich bewusst, was mich weiterbringt und was ich loslassen darf. Das gibt mir die Freiheit, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren – meine Botschaft, meine Projekte und die Menschen, die ich damit erreiche.
Bild: Sarah Longwitz