Ich habe zwar schon immer in der Medienbranche gearbeitet und mich für Influencer interessiert, aber ich hatte nie den Drang, selbst einer zu werden. Die Videos meiner Katze sind einfach immer wieder viral gegangen und haben mir die Entscheidung im Grunde abgenommen. Und ganz ehrlich: Die Möglichkeit, jeden Tag auszuschlafen, war dann auch ein ziemlich starkes Argument.
Man nimmt gemeinhin an, die Arbeit eines Influencers sei nicht anspruchsvoll, aber es geht dabei nicht nur um lustige Videos oder darum, ein bisschen was aus dem Alltag zu erzählen. Es gehört mehr dazu: Kooperationsanfragen, Verhandlungen, Verträge, Buchhaltung, Analysen, Benchmarking. Ich habe etwas gebraucht, um mich in meine neue Rolle einzufinden.
Ich weiß nicht, ob ich erfolgreich genug bin, um das abschließend zu beantworten. Aber ich glaube, man sollte sich auf keinen Fall unter Wert verkaufen. Genauso wichtig ist es, man selbst zu bleiben. Vielleicht ist man anders schneller erfolgreich, aber am Ende nicht glücklich. Außerdem sollte man immer auf dem Schirm haben, eine gesunde Balance zwischen Privatleben und Bildschirmzeit zu finden. Das sind alles Dinge, die man sich aneignen kann.
Ich hoffe sehr, dass wir als Influencer zu einem Wandel hin zu mehr Tierschutz beitragen können. Es ist nicht mehr zeitgemäß, teure Rassekatzen wegen ihres Aussehens beim Züchter zu kaufen, während Millionen von Straßenkatzen leiden und die wenigsten älter als ein paar Monate werden. Mir ist es ein großes Anliegen, dass Influencer – gerade Petfluencer – diesen Gedanken weitertragen und ihre Communitys für dieses Thema sensibilisieren. Das ist noch nicht bei allen angekommen, aber wir machen Fortschritte.
Meine Vorbilder sind meine Eltern: meine Mutter, weil sie in einer männerdominierten Branche erfolgreich war, und mein Vater wegen seines Humors. Ich versuche beides zu kombinieren. Die beiden haben sehr gerne gelesen und die Leidenschaft an mich weitergegeben, was wohl ein ausschlaggebender Grund für meine Kreativität ist.
Konstruktive Kritik nehme ich gerne an. Über Hate oder Gerüchte kann ich mich inzwischen gut amüsieren.
Bild: Luise Klemm