Tatsächlich war es gar nicht meine Intention, den Berufsweg als Influencer einzuschlagen, denn ich war mit meinem Job in der Küchenleitung eines Fünf-Sterne-Hotels eigentlich ganz happy. Ich habe eher daran gedacht, mal selbst ein eigenes Restaurant zu eröffnen.
Klar ist es ein harter Job und man muss auf viel Freizeit verzichten, aber ich koche einfach gerne und liebe es, Menschen mit meinem Essen glücklich zu machen.
Mein bester Freund Dejan Garz, der mittlerweile einer der bekanntesten Friseure Deutschlands ist, hat zu mir gesagt: »Manu, du bist so ein guter Koch, mach doch mal Videos, in denen du Rezepte und Tipps zum Kochen teilst.« Und so kam eins zum anderen. Ich habe angefangen, meine Rezepte online zu teilen und bin direkt auf Begeisterung gestoßen. Neben meinem Fulltime-Job in der Gastronomie habe ich angefangen, in meiner begrenzten Freizeit Videos zu drehen, und wirklich viel Zeit und Energie in dieses Hobby gesteckt.
Das Feedback hat mich hier täglich motiviert und hat dafür gesorgt, dass ich am Ball bleibe.
Es ging dann ziemlich schnell: Meine Follower auf Instagram und TikTok wurden immer mehr und irgendwann konnte ich meinen Job im Hotel aufgeben und mich nur noch auf Content Creation konzentrieren. Es war eine wirklich gute Entscheidung diesen Weg in die Selbstständigkeit zu gehen und heute kann ich sagen: Ich liebe meinen Job jetzt noch viel mehr!
Da ich meinen besten Freund neben mir hatte, der schon länger »im Game« war, habe ich tatsächlich alle guten Tipps direkt am Anfang mit auf den Weg bekommen. Natürlich ist es anfangs nicht so leicht, sich einfach vor die Kamera zu stellen und loszureden. Man muss sich sehr überwinden, aber es gibt irgendwann einen Punkt, bei dem man sich nicht mehr so viele Gedanken darüber macht. Einfach posten und nicht darüber nachdenken, »was die Leute von mir denken sollen«.
Man sollte mutig sein! Einfach über seinen Schatten springen und sich Dinge trauen. Für mich war das anfangs auch alles neu, aber ich habe mich überwunden und bin an allem, was ich bisher getan habe, sehr gewachsen. Dass ich jemals so selbstbewusst sein werde, wie ich es heute bin, hätte ich auch nicht gedacht.
Außerdem finde ich es wichtig, dass man mit dem, was man auf Social Media postet, einen Mehrwert bietet. Wieso sollen fremde Menschen mir folgen? Was hat man davon?
Ich liebe es zu kochen und ich habe Spaß daran, das mit anderen Menschen zu teilen. Es gibt so viele Menschen, die nicht kochen können und es auch nicht von ihren Eltern gelernt haben. Dadurch geraten viele klassische Gerichte immer mehr in Vergessenheit, was ich sehr schade finde. Außerdem essen junge Leute immer mehr Fastfood und haben überhaupt keine Lust zu kochen. Ich möchte eine Inspiration sein, damit sich mehr Menschen in die Küche stellen und durch meine Rezepte und Tipps genauso viel Freude am Kochen empfinden wie ich. Das Feedback, welches ich von meiner Community zurückbekomme, bestätigt genau das und das macht mich sehr glücklich! Ich hätte selbst nie gedacht, dass ich mal so einen Einfluss darauf habe, was bei fremden Menschen für Essen auf dem Herd steht.
Ich denke, jeder Mensch, der Social Media konsumiert, lässt sich beeinflussen, aber das will man doch auch, oder? Für mich ist es ein Ort, an dem ich inspiriert werde und vielleicht auch durch andere Influencer auf neue Ideen komme. Persönliche Idole habe ich tatsächlich nicht. Ich mache das, was ich tue, einfach gerne und jeder, der Social Media macht, muss auch lernen, mit Kritik umzugehen. Tatsächlich habe ich es da ziemlich gut, weil es fast gar keine negativen Kommentare bei mir gibt, aber falls da mal was kommt, darf man das nicht an sich heranlassen. Menschen können hart, unfair und besserwisserisch sein. Das muss dann aber einfach abprallen und man darf sich nicht runterziehen lassen, wenn man 1000 gute Kommentare bekommt und einer dann mal nicht so gut ist. Ich habe eine treue Community, die mich sehr dafür feiert, was ich tue und wie ich bin. Das spüre ich total und das sorgt dafür, dass ich den Job wirklich gerne mache.
Bild: Paula Nantje Kiel