Als ich vor neun Jahren mein Social Media gestartet habe, war mir noch nicht mal bewusst, dass ich hiermit einmal Geld verdienen könnte. Ich selber war persönlich durch die YouTuberin Gigi Gorgeous und ihren Mut, ihr Leben offen und glücklich als Transfrau zu leben, so berührt, dass sich mein ganzes Leben ihretwegen verändert hat.
Das Gleiche wollte ich dann auch mit meinem Social Media bezwecken: Einfach mein Leben teilen und hoffen, dass ich den gleichen positiven Effekt auf jemanden dort draußen haben kann.
Unterschreibe niemals einfach so Verträge, wenn du nicht wirklich jeden Punkt verstanden hast! Lass besonders Managementverträge ganz genau checken und anpassen, bevor du gegenzeichnest!
Nimm dir selbst auch Auszeiten und strukturiere deinen Alltag bewusst auch mit »Freiheiten«, in denen du dein Handy mal beiseitelegst. Gerade, wenn dein Job mehr oder weniger darin besteht, das Privatleben zu teilen und man auch von zuhause arbeitet, ist es manchmal schwer, ein Ende zu finden.
Du musst selbstständig arbeiten können, das bedeutet, sehr diszipliniert und fokussiert zu sein. Nicht frustriert zu werden, wenn es etwas dauert, bis die Social-Media-Plattformen an Reichweite gewinnen. Dann solltest du natürlich auch ein gewisses Maß an Kreativität mitbringen und vor allen Dingen Freude haben an dem, was du tust.
Influencer*innen sind ebenfalls Konsumenten wie jede*r andere auch, nur, dass sie ihre Meinung öffentlich teilen. Natürlich hat das einen großen Effekt auf die Abonnent*innen, wenn ihnen dann ein Produkt besonders gefällt und sie es empfehlen oder halt auch das Gegenteil. Dadurch, dass man eine Zuschauerbindung aufbaut, ist es ein wenig, als würde ein*e enge*r Freund*in etwas empfehlen oder davon abraten. Dadurch, dass auf großen Kanälen sehr viele Personen den Content konsumieren, steckt da schon eine ordentliche Power dahinter.
Ich denke, dass wir uns alle von anderen beeinflussen lassen – ob wir wollen oder auch nicht. Ich habe keine Personen, bei denen ich aktiv schaue, um mich von diesen bewusst inspirieren zu lassen. Aber dennoch haben sicherlich alle, denen ich auf Social Media folge, einen Einfluss auf mich. Ebenso wie Menschen in meinem nahen Umfeld oder selbst Fremde auf der Straße, welche mich vielleicht einfach nur durch ihr Styling dazu inspirieren, mal was Neues auszuprobieren. Dennoch droppe ich gerne mal Bretman Rock als meinen absoluten Lieblings-Influencer: Die richtige Mischung aus sassy Fashion Icon und nerdy Farmleben. Wer ihm nicht folgt, hat was verpasst im Leben und wenn ich später nicht ein ähnliches Leben führe wie er, bin ich definitiv enttäuscht von mir selbst.
Ich bin kritikfähig, habe aber in der Vergangenheit erfahren, dass gerne für die Aufmerksamkeit mal die Worte im Mund umgedreht werden, jede Kleinigkeit rausgepickt wird um Drama zu generieren und dass es einfach viel zu viele Personen gibt, die einfach nur ein Problem mit sich selber haben und es auf andere projizieren. Ich lese mir daher nichts wirklich zu meiner Person durch, konsumiere auch keine Videos oder ähnliches über mich. Kritik nehme ich gerne aus meinem näheren Umfeld an, Personen, die mich wirklich kennen und die anderen sind mir ziemlich egal. Ich weiß, wer ich bin. Ich kenne meine Werte und das ist alles, was für mich zählt. Man kann nie von allen dort draußen gemocht werden und genauso wenig wie das, was man tut.
Bild: Joyn – Marc Rehbeck