Zwischen Laufsteg, wissenschaftlichen Texten und dem Muttersein – Antonia Wesseloh bewegt sich seit Jahren in unterschiedlichen Welten, die auf den ersten Blick kaum miteinander zu tun haben. Nach einer Modelkarriere in den Modehauptstädten der Welt richtet sie den Blick heute nicht mehr nur nach außen, sondern ebenso nach innen. Mit einem Psychologiestudium und der Erfahrung der Mutterschaft, verbindet sie Glamour mit Reflexion und öffnet ihren Followern auf Social Media neue Perspektiven auf das Selbstbild, mentale Gesundheit und berufliche Identität. Im Gespräch verrät sie uns, wie sich Ihre Sicht auf Erfolg verändert hat.
Ehrlich gesagt erst, als Instagram aufkam. Durch Social Media hat sich mein Bewusstsein dafür entwickelt, dass man als Model nicht nur ein Gesicht, sondern auch eine Marke ist. Heute sehe ich mich jedoch weniger als Marke, sondern vielmehr als Dienstleisterin – mein Anspruch ist es, echten Mehrwert zu schaffen, anstatt nur ein Image zu pflegen.
Wie in jeder anderen Selbstständigkeit auch, ist Organisation der Schlüssel. Dazu kommen finanzielle Verantwortung, eine saubere Buchhaltung und die Fähigkeit, den eigenen Wert zu kennen – und ihn auch zu vertreten. Man muss lernen, zu verhandeln, mit Ablehnung umzugehen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.
Das Studium hat meinen Blick auf Erfolg grundlegend verändert – weg von äußerer Bewertung und der Meinung anderer, von der mein Job zuvor sehr abhängig war. Es hat mir geholfen, Selbstwirksamkeit zu entwickeln und mich mit Themen zu beschäftigen, die mich auf allen Ebenen interessieren und fordern.
Für mich lassen sich Beruf und persönliche Werte heute nicht mehr trennen. Meine Erfahrungen – auch die persönlichen – fließen in meine Arbeit ein. Ich teile sie online, um andere Frauen zu erreichen, zu unterstützen und ihnen Raum zu geben – digital wie analog.
Die wichtigste Entscheidung war, klar zu definieren, was ich nicht will, Grenzen zu setzen und an mich selbst zu glauben. Dieses Bewusstsein hat mich durch die Modewelt getragen, zu meinem Psychologiestudium geführt und letztlich zu den Projekten, die ich heute mit voller Überzeugung umsetze.
Beitragsbild: Antonia Wesseloh / Fab4Media