Ich wollte nie hauptberuflich Creator werden. Ich habe vorher beim Fernsehen als Redakteur unter anderem für Galileo oder als Spieleentwickler für Reality Shows gearbeitet. Den Job habe ich auch sehr geliebt. Nebenbei habe ich immer gerne Geschichten auf Social Media erzählt – aber nie mit dem Hintergedanken damit Geld zu verdienen. Das es jetzt so ist, ist ein großes Privileg. Ich würde es aber niemanden als Plan A empfehlen. Der größte Luxus an dem Leben ist für mich, dass ich ohne Wecker morgens aufstehen kann und keinen Arbeitgeber um Erlaubnis fragen muss, wenn ich spontan verreisen möchte.
Ich hätte mich gerne früher mit Steuern und Finanzen ausgekannt. Außerdem ist es gut, seine Fixkosten so lange es geht niedrig zu halten. Meine größte Sorge ist es immer noch, mich finanziell zu verkalkulieren.
Man sollte offen reden können und es hinbekommen, vor der Kamera dieselbe Person zu sein wie offcam. Und gleichzeitig ist es gut, ein Gespür von Storytelling zu haben.
Ich fühle mich selbst oft von anderen Creatorn dazu inspiriert, an bestimmten Orten Urlaub zu machen, weil es in den Videos so toll aussieht. Ich liebe aber auch authentischen BTS-Content, um vor einer Reise schon ein ehrliches Gefühl vom Urlaubsort zu bekommen.
Spidermans Onkel sagte vor seinem Tod zu ihm: »Aus großer Macht folgt große Verantwortung«. Ich versuche diesen Leitsatz auch auf Social Media zu leben. Eine sehr schlechte Restaurantkritik kann im schlimmsten Fall den Ruin eines Gastronoms bedeuten – dem muss man sich bewusst sein. Ansonsten finde ich von den Werten her Malte Zierden, Gregor Hägele und Helge Mark sehr vorbildlich.
Ich versuche, sie konstruktiv aufzunehmen, ohne eingeschnappt zu sein. Ich habe bestimmte Freunde, die für mich einen besonders hohen Stellenwert bei Kritik haben, weil sie in meinen Augen einen guten moralischen Kompass haben. Wenn sie mir sagen »Paul, das war vielleicht bisschen drüber«, dann höre ich da auch drauf und nehme ggf. ein Video wieder runter.
Bild: Paul Bunne