Bei mir war das ehrlich gesagt gar nicht geplant. Ich habe nach dem Studium angefangen, Koch-Content zu posten – einfach, weil ich Freude daran hatte. Dass sich daraus ein großer Account entwickeln würde, hätte ich nie gedacht. Ich würde auch niemandem raten, einen Koch-Account nur mit dem Hintergedanken zu starten, damit beruflich durchzustarten.
Was man dabei auch nicht unterschätzen darf: Der Algorithmus ist unberechenbar. Es gehört viel Glück dazu, zur richtigen Zeit das richtige Format zu posten. Es gibt so viele tolle Kochblogger mit richtig gutem Content, die trotzdem kaum Reichweite bekommen, weil ihre Beiträge nicht ausgespielt werden.
Ich hätte mir gewünscht zu wissen, wie viel Geduld man wirklich braucht. Es dauert alles: Reichweite, Community, gutes Storytelling. In meinen ersten eineinhalb Jahren war ich sehr aktiv und habe trotzdem nur etwa 2.500 Follower aufgebaut. Erst als ich angefangen habe, Videoserien mit einem klaren Wiedererkennungswert und echtem Mehrwert zu machen, hat sich etwas bewegt. Am Anfang habe ich viel versucht, über Trends und Sounds Reichweite zu gewinnen – aber das hat mir persönlich nicht viel gebracht. Viel wichtiger ist, sich eigene Ideen zu überlegen und den Fokus darauf zu legen, was den Zuschauern wirklich hilft.
Man braucht definitiv einen langen Atem und sollte gut darin sein, sich selbst zu strukturieren. Es hilft, wenn man neugierig bleibt und sich regelmäßig neu motivieren kann. Disziplin gehört auch dazu – denn das, was man am Ende auf dem Bildschirm sieht, ist nur ein Bruchteil der Arbeit, die dahintersteckt.
Sehr stark, finde ich. Ich selbst habe mir, bevor ich überhaupt angefangen habe, fast nur über Instagram und TikTok Essensinspiration geholt. Kurze, visuelle Formate sprechen viele viel mehr an als klassische Rezept-Webseiten. Man sieht sofort, wie ein Gericht aussieht, wie aufwendig es ist und ob es zu einem passt – das macht die Entscheidung viel einfacher. Es ist direkt, unterhaltsam und oft auch alltagsnäher.
Ich lasse mich manchmal von Trends inspirieren und probiere gerne Neues aus – das gehört auch ein bisschen dazu. Aber ich achte sehr darauf, meinen eigenen Stil zu behalten. Gerade bei Food-Content ist mir wichtig, nicht ständig auf andere zu schauen, sondern mein eigenes Ding zu machen. Ich glaube, nur so bleibt man authentisch.
Konstruktive Kritik nehme ich mir gerne zu Herzen. Mein Content dreht sich fast ausschließlich um Essen, deshalb gibt es zum Glück nicht so viel persönliche Angriffsfläche wie in anderen Bereichen.
Bild: André Bugl