Tatsächlich hatte ich nie den Plan oder die Motivation, Influencerin zu werden. Das Ganze ist bei mir sehr spontan entstanden. Als ich meine ersten beiden Katzen bekommen habe, hatte ich – wie wahrscheinlich jeder Katzenbesitzer – unzählige Fotos und Videos auf dem Handy. Ich habe sie damals einfach aus Spaß auf Instagram gepostet, weil es zu der Zeit schon ein paar Katzenseiten gab, aber längst nicht in dem Ausmaß wie heute.
Dass daraus irgendwann so eine große Community entstehen würde, hätte ich mir niemals vorstellen können. Ich habe zu dieser Zeit ganz normal gearbeitet und das Instagram-Profil lief eher nebenbei. Dass daraus irgendwann mein Beruf werden würde, war absolut nicht geplant, es hat sich einfach entwickelt.
Ich hätte gerne früher gewusst, wie wichtig es ist, eine sehr dicke Haut zu entwickeln. Es gibt immer Menschen, die etwas kritisieren, etwas nicht mögen oder ungefragt ihre Meinung äußern und das wird mit wachsender Reichweite nicht weniger. Gerade in der sogenannten »Katzenbubble« kann es sehr toxisch werden, ähnlich wie in der Mama-Bubble: Viele glauben, alles besser zu wissen, und alles, was man macht, ist für irgendwen falsch.
Am Anfang hat mich das oft getroffen oder verunsichert. Heute weiß ich: Man darf sich das nicht zu nah nehmen. Entweder man begegnet solchen Kommentaren mit Humor oder man ignoriert sie komplett. Das war definitiv eine der wichtigsten Lektionen.
Ich finde diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten, weil Erfolg auf Social Media sehr individuell ist. Jeder Mensch ist anders und genau das kann auch eine Stärke sein. Es gibt nicht die eine Charaktereigenschaft, die jemanden automatisch erfolgreich macht.
Was aber meiner Meinung nach wichtig ist: Man sollte lernen, mit Kritik und negativen Kommentaren umzugehen und sie nicht zu sehr an sich heranzulassen. Wer alles persönlich nimmt, kann daran mental schnell kaputtgehen. Authentizität, Durchhaltevermögen und eine gewisse emotionale Stabilität sind aus meiner Sicht entscheidender als irgendein perfektes Auftreten.
Influencer haben definitiv einen großen Einfluss auf die Haustierbranche, sowohl positiv als auch negativ. Ich selbst sehe mich weniger als klassische Influencerin, sondern eher als jemand, der seinen Alltag mit Katzen zeigt und Wissen teilt.
Gerade im Haustierbereich gibt es inzwischen viele Accounts, die aufklären, sensibilisieren und wichtige Themen sichtbar machen. Das finde ich unglaublich wertvoll. Mein persönliches Ziel ist es, meine Reichweite sinnvoll zu nutzen, um über artgerechte Katzenhaltung aufzuklären, weil viele Dinge einfach noch immer nicht bekannt sind.
Gleichzeitig gibt es aber auch Influencer mit großer Reichweite, die sich nicht ausreichend informieren und dadurch falsche Bilder oder Inhalte verbreiten. Das kann problematisch sein, weil viele Menschen solche Inhalte ungefiltert übernehmen. Umso wichtiger finde ich verantwortungsvollen Content.
Ich lasse mich persönlich nicht stark von anderen Influencern beeinflussen. Was ich allerdings sehr schätze, sind Accounts – egal ob groß oder klein –, die sachlich, respektvoll und aufklärend arbeiten. Gerade Menschen, die Wissen vermitteln, ohne andere abzuwerten, finde ich sehr wichtig.
Meine eigenen Werte und Überzeugungen habe ich mir über die Jahre selbst erarbeitet –durch Erfahrung, Beobachtung und Verantwortung. Inspiration kann man sich überall holen, aber ich versuche immer, meinen eigenen Weg zu gehen und mir treu zu bleiben.
Manchmal hilft es, aus negativen Kommentaren etwas Positives oder sogar etwas Humorvolles zu machen. Und manchmal ist Ignorieren einfach die gesündeste Lösung. Nicht jede Meinung verdient eine Reaktion.
Bild: Sina Pollok