Ich gehöre tatsächlich noch zum Urgestein von Instagram. Als ich angefangen habe, gab es nur quadratische Bilder, keine Stories und nicht mal die Möglichkeit Videos hochzuladen. Ich habe es einfach als mein digitales Tagebuch gesehen und Spaß daran gehabt, schöne Bilder von meinem Essen, tollen Orten oder meinen täglichen Sportoutfits zu teilen, um meine Freunde damit zu motivieren. Und ich denke genau das sollte auch die erste Motivation sein: Spaß an der Sache, eine positive Botschaft nach außen zu tragen!
Ich wusste damals überhaupt nicht, dass ich auch Geld von Firmen dafür verlangen kann, wenn ich ihre Produkte präsentiere. Geschenke sind zwar auch toll, aber damals hat mir total das Netzwerk gefehlt. Mein Tipp ist es auf jeden Fall, sich von Anfang an mit Leuten zusammenzuschließen, die die gleiche Vision haben. So kann man voneinander lernen und vielleicht sogar spannenden Content zusammen erstellen!
Die Fähigkeit, immer anpassbar zu bleiben. Social Media bleibt nie stehen und man muss bereit sein, sich immer wieder an neuen Formaten auszuprobieren, kreativ zu bleiben, sowie stets über den Tellerrand zu schauen.
Ich beobachte, dass der Rat von Fitness-Influencern oft professionellen Rat von einem Trainer oder Ernährungsexperten für viele Menschen ersetzt. Das ist auch soweit in Ordnung, wenn nur sinnvolle Infos verbreitet werden. Dem ist aber leider nicht immer so, weshalb ich es kritisch betrachte, wenn teilweise zum Beispiel Fasten-Diäten oder eine Ernährung mit zehntausenden Ersatzprodukten propagiert werden. Der Einfluss ist definitiv da und solche Ernährungsformen werden schnell zu kollektiven Trends, was es in diesem Bereich eigentlich gar nicht geben dürfte.
Auch was die Mode betrifft, ist es definitiv so, dass die Outfits, die man online sieht, dann auch im Fitnessstudio wiedererkannt werden. Influencer bestimmen auf jeden Fall in gewisser Weise mit, was getragen wird. Egal, ob bestimmte Schnitte oder Farben – die Trends werden definitiv online beeinflusst. Ich selbst bestelle auch total oft »virale Pieces« von TikTok nach, egal ob im Fitnessbereich oder für meine anderen Outfits.
Ja klar! Inspiration ist super und gut dosiert kann einen das nur weiterbringen. Man sollte sich nur immer bewusst sein, dass man nur einen Teil des Lebens sieht oder es auch manchmal nicht 1:1 übertragbar ist, was man in den Instagram Stories von anderen sieht. Ein Fitness-Influencer, der von seinem Content online lebt, hat die Möglichkeit, jeden Tag seinen Körper zu trainieren, während das für jemanden, der über 40 Stunden die Woche arbeitet, in dieser Form und Intensität gar nicht möglich ist. Sich Inspiration und Motivation holen ist also super, aber immer einen klaren Kopf dabei bewahren und sich nicht von unrealistischen Idealen täuschen lassen!
Bild: Tristan Weydt