»Influencer« wollte ich nie werden. Ich wollte immer »YouTuber« werden. Heute würde ich mich auch nicht als »Influencer« bezeichen, sondern weiterhin als »YouTuber« oder eben auch »Content Creator«.
Meine Hauptmotivation war tatsächlich, dass ich in einer Szene unterwegs sein wollte, in der viele »Gleichgesinnte« sind. In der Schule war ich damals nämlich ziemlich allein mit dem Gedanken, von Content Creation leben zu können. Es gab früher auch erst 20 bis 30 YouTuber, die davon leben konnten – das war noch alles sehr nischig. Als dann jedoch vom YouTuber Dner (heute Felix von der Laden) eines Tages das Video »Ein Tag im Leben von Dner« online ging, war mir bewusst: Das will ich eines Tages auch machen.
Ich glaube den »einen Tipp« gibt es nicht, aber ein gesunder Umgang mit positiven Kommentaren, die in den Himmel loben, und negativen Kommentaren, die beleidigen und bedrohen, ist wichtig. Außerdem sollte man Kritik rational annehmen. Das schnell zu lernen, ist für jeden, der diesen Weg gehen möchte, sehr wichtig.
Es ist wichtig, einerseits selbstständig arbeiten zu können und anderseits in einer Nische überdurchschnittlich gut zu sein.
Ich würde gar nicht sagen, dass die »neuen« Influencer die Unterhaltungsbranche umstrukturieren, sondern eher, dass Influencer schon immer die Unterhaltungsbranche geprägt haben. Vor 20 Jahren hießen die Influencer eben nicht Georgia, Julien Bam oder Mr. Beast, sondern Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Stefan Raab. Es wandelt sich nur alles, was man gut an dem Comedian Kurt Krömer sehen kann: Damals hatte er eine Fernsehshow und ein Bühnenprogramm, heute einen Podcast und TikTok. Eigentlich hat sich nur das Medium, das die Influencer verwenden, geändert.
Ich denke, jeder lässt sich von Influencern beeinflussten. Niemand ist davon frei – die einen nur eben ein bisschen mehr und die anderen ein bisschen weniger. Und meine persönlichen Vorbilder sind überall: im Fernsehen, in Podcasts, auf YouTube und TikTok.
Kritik ist ein echt großes Thema als Influencer, weil man sie jeden Tag ungefragt von hunderten Leuten bekommt. Wichtig ist dabei, die Kritik, die für einen persönlich wichtig ist, zwischen all dem Bullshit rauszufiltern und dann auch – so gut es eben geht – anzunehmen und umzusetzen. Dabei darf man aber nicht den Fehler machen, aalglatt zu werden und alles, was von einzelnen Zuschauern gefordert wird, direkt an sich anzupassen. Fehler darf jeder machen, aber der wahre Character zeigt sich erst darin, wie derjenige mit Fehlern umgeht.
Bild: GetHero