Noch befinden wir uns in einer Frühphase der Krypto-Evolution, das letzte Jahr markierten wohl den bisherigen Höhepunkt des Blockchain-Hypes. Die anfängliche Euphorie wurde durch enttäuschte Erwartungen, Betrügereien und sinkenden Kursen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Was sind also aktuelle Trends und wie wird sich die Blockchaintechnologie zukünftig wohl entwickeln?
Selbstverständlich lässt sich über zukünftige Entwicklungen letztlich nur spekulieren. Die Technologie hinter Blockchain ist aber beeindruckend und birgt enormes Potenzial, auch Abseits von Finanzen und Währungen. Man kann sich eine Blockchain als eine Art verteiltes Hauptbuch vorstellen, in welchem Transaktionen jeglicher Art sequentiell in Blöcke gruppiert werden. Dabei werden sie immer mit dem Vorgängerblock verkettet, sodass die Transaktionen im Nachhinein nicht mehr verändert werden können. Gespeichert werden allerdings keine Daten, sondern kleine Programme, mit denen die verschiedenen Transaktionen durchgeführt werden können. Dadurch ergeben sich zahlreiche Anwendungen, die auch weit über die Übertragung von Vermögenswerten hinaus gehen. Prinzipiell kann man eine Blockchain als eine gemeinsam genutzte Datenbanktechnologie bezeichnen, bei der beide Parteien einer Transaktion in einer direkten Beziehung stehen. Was spricht allgemein für die Blockchain?
In einer Blockchain ist es nicht möglich, Daten im Nachhinein zu verändern. Jeder Änderungsversuch kann nachvollzogen werden und ist somit unnütz.
Ausfälle sind kaum möglich, da eine Blockchain keinen zentralen Fehlerpunkt aufweisen. Angriffe von außen können somit kaum einen Schaden anrichten. Zudem verfügt jedes System über mindestens ein Backup, über welches sich die Informationen im Zweifel wieder herstellen lassen.
Die Daten werden in einer Blockchain nahezu in Echtzeit gespeichert. Dadurch lassen sich auch große Datenmengen schnell austauschen.
Da die Blockchain nicht verändert werden kann und jedwede Manipulationsversuche nachvollzogen werden können, sind die jeweiligen Informationen zu 100 Prozent transparent und können bei Bedarf genau analysiert werden.
Noch sind Anwälte und Notare von der Digitalisierung weitestgehend verschont geblieben. Sofern sich Smart Contracts in Zukunft durchsetzen werden, könnte dies die gesamte Branche verändern. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Ansätze für Blockchain-basierte Vertragstypen. So lässt sich beispielsweise ein Grundstücksvertrag ganz ohne Notar abschließen. Dabei erhält der Verkäufer den Kaufpreis von einem Blockchain-Treuhandkonto, was dann freigestellt wird, sobald der neue Eigentümer im Grundbuch vermerkt wurde. So lassen sich gesicherte und nicht-manipulierbare Verträge Erstellen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.
An sich eignet sich die Blockchain optimal für das Veranstalten von Wahlen. Die Stimme kann anonymisiert werden, das System ist Ausfall- und manipulationssicher und die eigene Stimme kann zudem nachverfolgt werden, um zu sehen, ob sie richtig gezählt wurde. Auch die Erhebung von Steuern würde wesentlich schneller und weniger anfällig für Fehler sein.
Für das Internet der Dinge wird die Blockchain zu einem elementaren Faktor werden. Wenn nahezu alle Maschinen und Geräte miteinander vernetzt sind und untereinander Daten austauschen müssen diese Daten in einer zentralen Datenbank geschaffen werden. Hierfür böte sich die Blockchain prinzipiell an, das Problem liegt allerdings in der fehlenden Skalierbarkeit einer Blockchain, was ihre Größe begrenzt. Irgendwann wäre so eine Datenbank schlicht voll. Hier wird allerdings jetzt schon versucht, das Problem durch neue Ansätze zu umgehen. Mit dem „Tangle“ von IOTA ist das Unternehmen auf dem besten Wege eine Blockchain 3.0 zu erschaffen, die ohne eine richtige Datenbank auskommt.
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