Erfolg stellt sich nicht von alleine ein, er verlangt nach einem aktiven Zutun. Im Berufsleben geht das allzu oft einher mit der Devise „besser, schneller, mehr“. Besser sein als alle anderen, schneller die gewünschten Ergebnisse liefern, mehr anbieten als die Konkurrenz. Es steht außer Frage, dass ein solcher Weg tatsächlich zum Erfolg führen kann. Was jedoch hinterfragt werden muss: Wie hoch ist der Preis für diesen Erfolg? Und fast noch wichtiger: Ist das überhaupt noch mein persönlicher Erfolg?
Schon vor dem morgendlichen Klingeln des Weckers wird im Kopf die Tagesagenda durchgespielt: Meeting mit den Kollegen, Erledigung der E-Mail-Korrespondenz, zwischendurch einige wichtige Telefonate führen und im Vorbeigehen gerade einen Happen essen, danach die Präsentation halten, nochmal ans E-Mail-Fach und wahrscheinlich klingelt das Telefon in der Zwischenzeit ohnehin mehr als einmal. Das mag als strategisch kluge Vorbereitung auf einen arbeitsreichen Tag erscheinen, kann im Gegenteil aber schon ein Zeichen von anwachsendem Stress sein.
Natürlich ist es häufig genug immer noch so, dass nur derjenige beruflich vorankommt, der seinen Kollegen mindestens einen Schritt voraus ist. Unter diesen Vorzeichen ist es also tatsächlich sinnvoll, die Aufgaben und Ziele immer vor Augen zu haben und auf diese hin zu planen. Schwierig wird es allerdings, wenn dem Kopf dabei keine Pause gegönnt wird und die Arbeit nach Feierabend mit nach Hause kommt.
Ein offenkundiges Generationenproblem, wie der frühere Soziologieprofessor Hans Bertram befindet.
Oder zumindest eines von einer gewissen gesellschaftlichen Tragweite, das zumindest deuten die Entwicklungen in der Arbeitswelt an: Wie ernst etwa die Zusammenhänge zwischen beruflichem Erfolg (aus Arbeitgebersicht im Sinne von Produktivität), Zufriedenheit am Arbeitsplatz und einem allgemein guten Gesundheitszustand genommen werden, zeigt sich schon an der immer größeren Bedeutung, die dem betrieblichen Gesundheitsmanagement zukommt. Es liegt aber umgekehrt in der Hand jedes Einzelnen, persönliches Wohlbefinden und Erfolg (wieder) selbst in die Hand zu nehmen.
Im Gegenteil ergeben sich so gerade die Verhaltensmuster, die ein selbstgesteuertes Leben verhindern. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Selbststeuerung stellt nicht zwingend in Frage, ob eine bestimmte Verhaltensweise richtig oder falsch ist. Es geht vielmehr darum herauszufinden, ob dieses Verhalten auf einer bewussten Entscheidung fußt oder lediglich einem automatischen Impuls folgt.
Das Resultat mag am Ende dasselbe sein, allerdings macht eine bewusste Entscheidung doch den Unterschied – sie beinhaltet eine Reflexion der eigenen Werte und der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Das bedeutet, uns fällt eine aktive Rolle bei der Übernahme bestimmter Aufgaben und Verpflichtungen zu und die Ziele sind nicht länger von außen oktroyiert. Die Einstellung zur eigenen Person überträgt sich dadurch auch positiv auf die zu erfüllenden Aufgaben. Durch eine bewusste Entscheidung fällt es uns wesentlich leichter, die eigenen Wünsche mit den äußeren Anforderungen in Balance zu bringen.
Eine achtsame Lebensführung bewegt sich innerhalb von vier wichtigen Punkten, nämlich
Das ermöglicht zugleich eine Re-Fokussierung auf die Intention unseres Handelns. Im Zuge einer Lebensführung unter der Maxime der Achtsamkeit gehören zum Beispiel ein Weniger an Stress und zugleich ein Mehr an Wohlbefinden dazu. Wer sich dieser Zielsetzungen wiederum bewusst ist, kann generell zu einem bewussteren Handeln, einem bewussteren Leben gelangen – und damit die Aufmerksamkeit und Konzentration erreichen, die für die Erfüllung eigener Ziele notwendig ist.
In erster Linie soll es jedoch darum gehen, das Entstehen solcher Erkrankungen durch ein frühzeitiges Gegenwirken von vorneherein zu verhindern. Neben der Meditation und einer bewussteren Haltung gegenüber alltäglichen Handlungen (und dazu zählen eben auch Tätigkeiten im Haushalt, das Essen, die Körperpflege etc.) gibt es eine Reihe weiterer Strategien, die ein achtsames Leben ermöglichen: