Im Wettkampf um die Zukunft gibt es eine neue Formation: Vier Top-Athleten, angeführt von einem sehr erfahrenen und in der Vergangenheit sehr erfolgreichen Läufer. Einer, der nicht nur den Weltsport der Vergangenheit enorm geprägt hat, sondern auch ein Vorbild für alle gegenwärtigen Läufer ist.
Spannend wird sein, wie die anderen drei Athleten mit dem Startläufer zurechtkommen werden. Gerade der Läufer mit der Trikotnummer »X« musste oft am eigenen Leib spüren, dass er den Ansprüchen des ersten Läufers nicht gerecht werden konnte. Oft gab es Konflikte, denn dessen Arbeits- und Vorbereitungsdrang konnte dieser nur selten verstehen. Und dadurch fiel er eher durch seine »Protesthaltung« auf. Auch der Läufer mit der Trikotnummer »Y« wird als »anstrengend« im Trainingsverhalten beschrieben. Den Arbeitsdrang des ersten Läufers hat er ebenfalls. Jedoch kommt dieser Athlet selbst aufgrund seiner »strengen« Erziehung im Training nicht so gut mit dem Abschlussläufer zurecht. Der Abschlussläufer trägt das Trikot mit der Nummer »Z«. Ein Läufer, den es bisher noch nicht gegeben hat. Ein Läufer, der komplett unbekannte Trainingsmethoden nutzt und die Methoden der Vergangenheit stark in Frage stellt, ja, sie sogar beinahe abwehrt!
Die technischen Möglichkeiten der Vorbereitung auf einen Wettkampf, die diese Läufer haben, ermöglicht komplett neue und bisher nie dagewesene Chancen. Bei den Wettkämpfen der vergangenen Jahre haben wir spannende Duelle gesehen. Jedoch wollte der Erstläufer bisher nie den Staffelstab abgeben. Aus seiner Sicht ist kein anderer Läufer in der Lage, die Leistungen der Vergangenheit auch nur ansatzweise zu übertreffen.
So wie beim Staffellauf erleben wir aktuell eine sehr spannende Zeit. Jeden Tag werden 1.800 Menschen 18 Jahre alt. Es werden auf der anderen Seite aber auch jeden Tag 3.600 Menschen 65 Jahre alt. Demnach verlieren wir jeden Tag deutlich mehr Menschen in den verdienten Ruhestand als neue nachkommen. Und diejenigen, die nachkommen, haben eine bisher noch nie dagewesene Perspektive auf das Leben und die Zukunft unserer Gesellschaft.
Alle 15 Jahre wird in der Generationenforschung eine »Kohorte« beschrieben, also eine Generation. Nach diesem Prinzip entstanden:
Genau diese Aussage hat mich dazu bewegt, meine eigenen Studien und Interviews mit der Gen Z, mit Unternehmern, Eltern und Lehrern durchführen zu lassen. Gibt es keine Unterschiede zwischen den Generationen? Für mich ein klares »Doch«! Jedoch hat der Unterschied in den Generationen nichts mit den 15 Jahren zu tun! Der technische Fortschritt sowie der Zugang zu und die Flut an Informationen, die wir heute erleben, machen den Unterschied aus. Analog versus digital ist eine gute Beschreibung für den Konflikt der Generationen, in dem wir uns derzeit befinden.
Es gibt nur einen Faktor, der für alle Menschen gleich ist, ob groß, klein, dick, dünn, arm oder reich. Es ist der Faktor Zeit. Wollten Menschen aus den älteren Generationen Informationen erhalten, versammelte sich ganze Familien vor dem Radio oder vor dem Fernseher, um Informationen zu erhalten. Informationen, die im Vorfeld ausgesucht, bewertet und dann verbreitet wurden. Diese Informationen waren nur für die Menschen frei zugänglich, welche auch finanziell in der Lage waren, sich ein entsprechendes Endgerät zu leisten. Gleiches galt auch für Zeitungen beziehungsweise Printmedien. Informationen und Wissen waren oft ein Privileg.
Wenn viele Menschen auf den Arbeitsmarkt stoßen, es aber nur wenige Arbeitsplätze gibt, wird ein Glaubenssatz besonders stark: »Nur der mit der besten Aus- und Weiterbildung und unglaublich harten Ellenbogen erhält einen der wenigen guten Jobs.« Der Rest muss malochen. In Jobs, die weniger Spaß machen und in denen weniger verdient wird.
Wenn es unglaublich viele Bewerber auf wenige Jobs gibt, dann kann man sich den Luxus erlauben und schon mal harte Faktoren wählen, um Bewerber abzulehnen. Dann ist der mit den besseren Noten und der mit sechs Zertifikaten pauschal besser als der mit lediglich fünf Zertifikaten. Zudem auch der Faktor Fleiß unterstellt werden kann, da wieder viel Zeit aufgebracht werden musste. Alles analog, dosiert und begrenzt!
Da dies in den vergangenen Jahrzenten immer der Fall war, gibt es aus meiner Erfahrung zwischen den Folgegenerationen kaum wesentliche Unterschiede. Ältere fanden wir nie so toll, da diese »alles besser wussten und konnten«. Normal in einer analogen Gesellschaft.
Wir brauchen bei diesem großartigen Zitat von Frau Dr. Angela Merkel lediglich ein Wort tauschen und haben ähnliche Voraussetzungen wie damals.
Eine Generation weniger junger Menschen, die weder Dosierung noch Kontrolle durch Dritte zu Wissen oder Informationen kennt. »Digital Natives«, die in die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten (Internet) hineingeboren worden sind und dort vier bis zehn Stunden täglich verbringen. Möchten junge Menschen wissen, was die Menschen am anderen Ende der Welt derzeit bewegt, wie die Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern sind oder wie die Weltmeere derzeit verschmutzt werden, reicht ein einziger Klick. Informationen in Highspeed und Dolby Surround.
Die Flut an Informationen in einem nie endenden Feed, der durch einen hoch komplexen Algorithmus gesteuert wird, macht den Unterschied zwischen den Generationen aus!
Das, was uns das Internet nicht lehren kann, ist der Umgang mit Gefühlen in der analogen Welt. Wie gehe ich mit Niederlagen um? Was, wenn ich meine Ziele nicht erreiche? Wie gehe ich mit Mobbing um? Diese und viele weitere Herausforderungen mussten Menschen aus der analogen Welt noch selbst bewältigen. Genau aus diesem Grund geht es auch nur durch eine Verbindung der Generationen. Die Chancen der digitalen Welt, optimiert durch die Erfahrungen und Werte der analogen, sind der Schlüssel, um als Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu blicken.
Unternehmen dürfen die Chancen der Digitalisierung erkennen, junge Menschen, welche die notwendigen Skills der Zukunft besitzen, für das eigenen Unternehmen begeistern und mit Menschen der älteren Generationen verbinden. Wenn doch alles so einfach wäre.
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