In vielen Unternehmen gehören komplexe Aufgaben zum Alltag. Unabhängig davon, ob in der Produktion, dem Verkauf oder dem Dienstleistungsbereich. Um die Planung und Durchführung sowie die Optimierung der Abläufe zu verknüpfen, nutzt man Prozessmanagement, dessen Einsatz nach empirischen Studien eine positive Korrelation auf die Unternehmensziele und somit den Umsatz hat. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Methoden es beim Prozessmanagement gibt und wie Sie den richtigen Ansatz für Ihr Unternehmen finden.
Grundsätzlich soll das Prozessmanagement dabei helfen, die angestrebten Unternehmensziele zu erreichen. Eine gute Kundenzufriedenheit, hohe Qualität der Produkte, termingerechte Fertigung und ausgelastete Mitarbeiter sind dabei kleinere Teilstücke, die mit optimierten Unternehmensprozessen realisiert werden können – der Ansatz des Prozessmanagements setzt also auf eine Effizienzsteigerung der gesamten Wertschöpfungskette.
Für ein gutes Prozessmanagement im Unternehmen muss die Lösung auf das Unternehmen ausgerichtet sein. Zunächst sollten einige grundlegenden Fragen geklärt werden:
Auf Basis dieser Leitfragen können einzelne Maßnahmen des Prozessmanagements geplant werden. In der Praxis gibt es viele Modelle, die sich jeweils für verschiedene Branchen und Unternehmensgrößen bewährt haben.
Die Methode des Total-Quality-Management (TQM) verfolgt eine langfristige Prozess- und Verfahrensoptimierung als Hauptziel. Der dauerhaft hohen Qualität aus Kundensicht wird hier eine besonders hohe Bedeutung zugesprochen. In der Vergangenheit wurde TQM beispielsweise in der japanischen Autoindustrie angewandt, aus der sich zahlreiche weitere Management-Methoden entwickelt haben, wie etwa das deutsche EFQM-Model, die ISO 9001 oder Six-Sigma. Bei diesem Modell wird kein einmaliger Prozess betrachtet, sondern eine langfristige und fortlaufende Entwicklung der Prozesse ohne festgelegten Endpunkt.
Aus dem Namen lässt sich hier erkennen, dass der Kerngedanke bei der Prozessoptimierung die Reduktion aufs Wesentliche ist – Verschwendungen sollen vermieden und Überflüssiges aus dem Prozess eliminiert werden. Anders als beim Ansatz des TQM kann diese Betrachtung aus Unternehmens- und Kundensicht geschehen. Damit eine größtmögliche Effizienz erreicht werden kann, müssen beim Lean-Management Werkzeuge, Mitarbeiter und Aufgaben exakt aufeinander abgestimmt werden – für Abläufe gibt es daher klar aufgeteilte Verantwortlichkeiten.
Der Begriff Kaizen beschreibt eine japanische Lebens- und Arbeitsphilosophie, der zudem auch ein methodisches Konzept des Prozessmanagements beschreibt. Im Mittelpunkt steht bei dieser Methode die fortlaufende Perfektionierung der Prozesse. Die unendliche Verbesserung soll dabei mit einer kontinuierlichen Qualitätssteigerung und Kostensenkung in Schritten geschehen. Sämtliche Unternehmensbereiche werden als Gesamtheit betrachtet, die die etablierte Unternehmensphilosophie leben sollen – es handelt sich also nicht um eine einmalige Maßnahme. In der westlichen Wirtschaft wird die Ableitung des Prinzips als kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) bezeichnet. Auf Basis des Kaizen-Ansatzes haben sich die Methoden des mitarbeiterorientierten Managements sowie des betrieblichen Vorschlagswesens herausgebildet.
Neben diesen drei Methoden gibt es noch viele weitere, wie etwa Six-Sigma, das mit statistischen Mitteln für eine Qualitätssicherung sorgt. Viele der Ansätze sind miteinander verzahnt, daher finden sich auch kombinierte Anwendungen – zum Beispiel Lean-Sigma. Eine Kombination kann besonders wirksam sein, um die bestmögliche Wertschöpfung zu realisieren.
Bei der Abbildung von Prozessen gibt es zwei Ansätze:
Eine Verknüpfung von beiden Ansätzen ist eine gute Wahl, da die Abbildung der Prozesse aus beiden Richtungen geschieht. Auf diese Weise lassen sich Potenziale und Konflikte schneller erkennen. Denn der eine Ansatz ist häufig eine theoretische Sicht mit wenig Praxisbezug, der andere benötigt aufwändige Anpassungen, wenn sich ein Teilschritt verändert.
Damit das gelingt, kommt es auf eine gemeinsame Plattform an, damit Mitarbeiter, technische Abläufe und Geschäftsprozesse perfekt harmonieren können.
Das heutige Geschäftsumfeld ist von vielen Wandeln und Unsicherheiten geprägt – etablierte Methoden des Prozessmanagements gehen jedoch meist von stabilen Vorrausetzungen aus. Die Definition von Zielen und das Festlegen von Soll-Prozessen werden in der heutigen Zeit immer weniger relevant. Daher sollte bei der Auswahl und Einführung auf agile Modelle geachtet werden, um auf notwendige Veränderungen der Unternehmensprozesse reagieren zu können.
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