Sollte ein Kunde mal nicht zufrieden sein, besitzt er die Möglichkeit, die Matratze innerhalb von 100 Tagen kostenfrei zurückzugeben. Dafür muss er sie nicht einmal zurückschicken. Die Matratze wird von einem Boten kostenfrei abgeholt, und der vollständige Kaufpreis wird umgehend erstattet.
Die Idee kommt in der breiten Masse an. Es ist sogar ein regelrechter Hype um die neue Matratzenart entstanden. Dieser Hype schlug sich auch in den Verkaufszahlen nieder. Allein im ersten Monat konnten die Besitzer von Casper einen Umsatz von einer Million US-Dollar vermelden. Das erste Kalenderjahr schloss das junge Unternehmen mit einem Umsatz von 100 Millionen US-Dollar ab.
Auch bei den Berlinern deutet sich ein erfolgreicher Weg an die Spitze des Marktes an. Mit nur 8.000 Euro Startkapital kann Snooze Project mittlerweile bereits einen Umsatz von einer halben Million Euro verkünden, Tendenz steigend. Die Gründer schaffen es geschickt, die harten Markt- und Werbekämpfe zwischen den Konkurrenten zu umgehen. Dabei hören sie auch auf die Stimme des Kunden, denn dessen Ansprüche haben sich über die Jahre verändert.
Die Kunden von heute sind durch die Vermarktungsflut eher eingeschüchtert als angestachelt. Das erklärt auch den Erfolg des Casper-Konzepts. „Dass nur eine Matratze zur Auswahl steht, empfinden die Kunden als angenehm. Niemand freut sich, dass er zwischen fünfzig fast gleich aussehenden Matratzen entscheiden kann und mit technischen Begriffen bombardiert wird. Kunden wünschen sich oft weniger Auswahl – nicht mehr“, bestätigte Casper-Chef Philip Krim die Entwicklung.
Dass weniger oft mehr ist, haben sich auch die Berliner von Snooze Project auf die Fahnen geschrieben. Ihr Erfolgsmodell beschränkt sich auf den ehrlichen Matratzenverkauf. Gekaufte Testbewertungen, teure Werbemaßnahmen und falsche Rabattaktionen schenken sich die Berliner. Die eingesparten Kosten werden so direkt an den Kunden über den günstigen Preis weitergegeben. Eine durchgeplante Strategie ist im umkämpften Matratzengeschäft heutzutage von hoher Bedeutung.
Auch das New Yorker Unternehmen Casper setzt auf eine eigene Strategie, um den Kunden dauerhaft an das Unternehmen zu binden. Dafür wurde vor kurzer Zeit in New York sogar ein hochkarätig besetztes Schlaf-Symposium organisiert. „Den klassischen Matratzenhändlern geht es darum, dem Kunden eine Matratze zu verkaufen. Uns geht es dagegen darum, zu ihnen eine lebenslange Beziehung aufzubauen. Wenn ihre Freunde dann fragen, welche Matratze sie wählen sollen, sagen sie Casper“, erklärte Krim.
Bild: snoozeproject.de
Grafik: Snooze