Als „Kultur“ wird das Gesamtsystem der geltenden Gesetze, Regeln und Gewohnheiten bezeichnet, mit denen Menschen ihr Zusammenleben gestalten und sich selbst und ihrer Gemeinschaft eine Gestalt geben.
Die Unternehmenskultur ist die Leitlinie, anhand derer sich Mitarbeiter und Kunden auch durch Krisensituationen hindurch sicher in die Zukunft bewegen. Sie ermöglicht fundierte Entscheidungen und erlaubt es, auch unwägbare Situationen zu meistern.
Nur wer seine Werte kennt und zu bewahren weiß, kann eine eigene Kultur ausbilden und nach außen vermitteln. Die Werte, die vorgeben, wie miteinander umgegangen wird, wie die Etikette für den Umgang mit Kunden und Geschäftspartnern aussieht, auf welcher Ebene sich Mitarbeiter und Vorgesetzte begegnen, wie das Know-how kommuniziert und Konflikte ausgehandelt werden, legen den Rahmen fest, mit der die Unternehmenskultur die spezifische Erwartungshaltung eines Betriebs an sich und ihre Leistungen beschreibt.
Besondere Bedeutung fällt dabei den Beteiligungsprozessen zu, die durch Belohnungssysteme und Prämien, die Kommunikation von Lob und Wertschätzung sowie die Teilhabe an Entscheidungsprozessen geprägt sind. Die Kernwerte von Unternehmen können beispielsweise dahingehend unterschieden werden, ob sie Nachdruck auf die Vorreiterfunktion und Leistung Einzelner legen oder die Verdienste von Teams besonders hervorheben. Spielen Teambuilding-Maßnahmen eine wichtige Rolle oder steht ein gemeinsam eingehaltener Dresscode im Vordergrund, um Gemeinsamkeiten unter den Mitarbeitern herzustellen? Auch der Umgang mit Fehlern oder Vorschlägen zur Neugestaltung von Abläufen sagt viel darüber aus, ob Strukturen von Angst und Stagnation geprägt sind oder offen für die Möglichkeit zu dynamischen Veränderungen bleiben. Werden Entscheidungen von vielen getroffen oder bestimmt alleine die Unternehmensführung, welche Strategien verfolgt werden sollen?
Mit welchen konkreten Konzepten die Betriebskultur beschrieben und optimiert werden kann, hängt immer von den spezifischen Bedingungen des jeweiligen Unternehmens ab. Allgemein lässt sich sagen, dass die Einbindung aller Mitarbeiter zum Wohl des Unternehmens der Schlüssel zu einer positiv erlebten Unternehmenskultur ist. Beteiligungsprozesse können durch ein für alle zugängliches Intranet, regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen, aber auch durch offene, gemeinsam nutzbare Räumlichkeiten in Gang gesetzt und verstärkt werden.
Der Unternehmensführung kommt als repräsentatives Gesicht des Unternehmens bei der Vermittlung seiner Kultur eine besondere Bedeutung zu. Ein Vorgesetzter, der den Chefparkplatz nutzt und über illustre Statussymbole wie einen Firmenwagen verfügt, grenzt sich vom Rest der Belegschaft deutlich ab. Umgekehrt ist ein Chef, der sich duzen lässt, das persönliche Gespräch sucht oder sich in E-Mails regelmäßig an seine Mitarbeiter wendet, nahbarer, auf Augenhöhe und offensichtlich darum bemüht, Nähe und Miteinander herzustellen.
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, mit welchen Begriffen und Konzepten sich eine Unternehmenskultur beschreiben und die Betriebsleitung ganzheitlich verbessern lässt. Wer flexibel, agil oder in virtuellen Teams arbeitet, ist auf den Überbau einer richtungsgebenden und zugleich anpassungsfähigen Unternehmenskultur angewiesen.
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