Das eigene Geschäftsmodell oder auch seinen Vertriebsplan zu optimieren, gehört in den aktuellen Zeiten wohl zu den gefragtesten Themen und Zielen. Alles ist im Umbruch, Aufbruch oder in turbulenter Veränderung. Viele Unternehmen haben exzellente technologische Produkte oder investieren in neue innovative Prozesse, doch vergessen das eigene Geschäftsmodell an die sich heute noch schneller wechselnden Umwelt- und Markteinflüsse anzupassen. Denken Sie hier nur einmal an AEG, Brockhaus, Agfa oder Quelle.
Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass Kunden dazu bereit sind, für ein Kilo Kaffee 80 Euro zu bezahlen? Oder dass der Preis einer Taxifahrt von der Nachfrage bestimmt wird? Amazon ist heute der größte Buchhändler ohne ein einziges Ladengeschäft. Pixar hat in den letzten zehn Jahren zehn Oscars gewonnen, ohne einen einzigen Schauspieler zu zeigen. AirBnB ist die höchstbewertete Hotelkette, ohne ein einziges Hotel zu besitzen.
»Schlage deinen Wettbewerb, ohne deinen Wettbewerb schlagen zu wollen.« So könnte man die Strategie einfach zusammenfassen. Sie haben sicherlich schon von dem Red & Blue Ocean gehört, oder? Der rote Ozean ist so gefärbt, weil viele Piranhas sich gegenseitig den Raum streitig machen, er ist also hoch kompetitiv und wenig margenträchtig, da es einen großen Wettbewerb gibt. Der blaue hingegen ist noch weitläufig, sauber und bietet hohe Wachstumschancen, aus denen unberührte Märkte aufgebaut werden können. Bsp. Car2Go als neuer Carsharing-Anbieter, anstatt das nächste Mietwagendepot aufzubauen, heute ShareNOW.
Wie kann die nächste Stufe des Produktes aussehen? Weiterentwicklung vom neuen Staubsauger oder Computer oder auch der neuen Textilreihe oder dem Handy. Wie können Prozesse effektiver gestaltet werden im Unternehmen oder ein neues Tool eingesetzt für Automatisierung? Alles wichtige Punkte auf dem Gebiet des Kerngeschäftes, doch das Denken in Geschäftsmodellen fällt vielen Unternehmen und Führungskräften schwer. Wie viele Geschäftsmodelle können Sie aus dem Stehgreif aufzählen und erläutern? Klar, niemand muss alle beherrschen, doch genau dieses Training für die »Business Model Thinking Attitude« fehlt oft im Alltag und genau dieser ist eben auch gleichzeitig unsere Komfortzone.
Im Jahre 1992 folgerte George Land aus seiner Studie, dass eher nicht-kreatives Verhalten in unserem Alltag erlernt wird und nicht andersherum. 1600 Kinder durchliefen in mehreren Altersstufen einen Kreativitätstest der NASA, später auch 280.000 Erwachsene über 25. Hier das Ergebnis:
(Quelle: Breakpoint and Beyond, George Land & Beth Jarman, 1992)
Was zeigt uns das? Kreativitätstechniken und auch das Mindset und der Mut, neue »Out-of-the-Box«-Gedanken zuzulassen, sind einige der größten Herausforderungen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder Sparten bei Corporates. Übrigens kletterte das Skillset Kreativität in 2020 von Rang 10, wo es im »Future Job Report« des World Economic Forum noch 2015 stand, auf Rang 3.
Wenn ich mit Führungskräften im Analyse-Gespräch bin, weil sie vorhaben, meist Anfangs des Jahres »etwas Neues« zu machen, höre ich sie oft: Die Mythen, warum etwas Neues zu erschaffen in dieser Branche nicht möglich oder Innovationen nur durch bahnbrechende Technologie möglich seien. Das Problem dabei? Diese Glaubenssätze setzen sich auch im Unternehmens-Mindset fest und verhindern so erfolgreiche neue Ansätze. Hier einige Mythen:
Technologie (Bsp. Cloud Computing, AI etc.) sind zwar Treiber von Innovationen und Katalysatoren, doch entscheidend ist das Modell, das daraus entsteht, und ob es skalierbar werden kann.
Gemeinsam mit dem Werkzeug der Universität St. Gallen, dem »Business Model Navigator« (55+ Geschäftsmodelle), unterstützen wir unsere Kunden und Partner bei der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen in Workshops, Trainings und individuellen Transformations-Mystery-Coachings, wo wir Stärken und Optimierungen des aktuellen Geschäftsmodells aufdecken und gemeinsam innovieren. Auch sehr interessant für kleine Firmen oder Start-Ups, um das volle Marktpotential direkt auszuschöpfen.
Bilder: Business Model Navigator Uni St.Gallen, Depositphotos / Rawpixel