Doch die Studien-Verantwortlichen um Boris Grundl (Bild oben) sehen auch etwa Positives: Verantwortung als ein Prinzip der Gesellschaft ist im Gegensatz zu 2017 wichtiger geworden. Das heißt, mehr Menschen erkennen, auf welche Weise andere in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Nach Angaben der von Grundl beauftragten Agentur PS:PR seien die Befragten zwar in der Lage, ihre Verantwortung zu erkennen, doch sie fokussierten sich eher auf ihre Umgebung, als auf sich. So habe sich die Selbstverantwortung, die schon 2017 schwach ausgeprägt war, im Jahr 2018 nicht verbessert. Sie liege weiterhin bei 48 Prozent. Die Agentur zitiert Boris Grundl so: „Menschen konzentrieren sich gerne auf große gesellschaftliche Themen, die außerhalb ihres eigenen Einflussbereichs liegen.“
Den Grund sehen Grundl und seine Kollegen in der Fehlerkultur. Grundl betont, so lange „in unserer heutigen Welt der Kritiker mehr Bewunderung als der Erschaffer erntet, ist dieser Rückzug aus der Verantwortungsübernahme kaum verwunderlich“. Grundls Institut, das Vorträge, Seminare und eine Umsetzungsbegleitung für Kunden anbietet, will zur Übernahme von Verantwortung ermutigen. So merkt Grundl an: „Lust auf Verantwortung entsteht, wenn ich durch Verantwortungsübernahme in meinem Einflussbereich Sinn erfahre.“ Nur so könnten Menschen und Unternehmen sich entwickeln und die Besten werden, die sie sein können, fügt der Management-Trainer, Unternehmer und Inhaber des Grundl Leadership Institut hinzu.
Bild (oben): Nico Pudimat