Der erste Eindruck zählt! Das trifft gerade in unserer schnelllebigen Welt zu, wo sich nur wenige die Zeit nehmen, die inneren Werte ihres Gegenübers zu erkunden. Vielen Menschen ist es deshalb wichtig, mit ihrer Kleidung direkt ihre Persönlichkeit auszudrücken. Umgekehrt lassen sich oft vom jeweiligen Outfit Rückschlüsse zum Charakter der Person ziehen. Die folgenden Stilrichtungen und Persönlichkeitstypen sind dabei modische Dauerbrenner.
Allgemein sind Trendsetter gern die ersten, die eine Stilrichtung zu Markte tragen. Ob Edgy, Boho, oder Urban – sie frönen einem Stil gern dann, wenn er noch wenig verbreitet ist. Sind schließlich alle anderen mit auf den Zug aufgesprungen, sucht sich ein wahrer Trendsetter längst eine neue Richtung. Dies betont seine Individualität in einer Welt, die viele Menschen in die Uniformität zwingen will.
Menschen, die klassische Outfits bevorzugen, setzen auf Qualität in den Materialien und auf elegante Schnitte. Diese tragen sie jedoch nicht zwangsweise als Anzug oder Business-Kostüm. Aktuelle Trends wie Seidenblusen mit Volants, asymmetrische Ausschnitte und gewickelte Oberteile und Kleider bringen, richtig kombiniert, eine klassische Note mit. Dabei werden Muster nur sparsam eingesetzt – dunkle und neutrale Töne wie Anthrazit, Marine, Dunkelbraun oder Blau beherrschen das Gesamtbild.
Insgesamt will der Preppy-Stil eine Atmosphäre erzeugen, die dem Upper-Class-Leben an der US-Ostküste ähnelt. Hier pendelt man zwischen der Ivy League Universität und dem Sommerhaus in den Hamptons und verbringt seine Freizeit beim Segeln oder Golfen. Kein Wunder, dass Mitglieder einer Familie mit Tradition oder erfolgreiche Geschäftsleute sich gern mit diesen Federn schmücken. Wer nicht in gesellschaftlich höchsten Kreisen verkehrt, kann sich mit Preppy-Elementen in seiner Garderobe trotzdem einen Hauch von Luxus gönnen.
Mit einem Blick auf Jeans und Turnschuhe der 1980er Jahre erkennt man: Der sportliche Stil existiert bereits seit Dekaden. Kein Wunder, denn er ist der beste Ausdruck von Jugendlichkeit, Aktivität und einer unkomplizierten Persönlichkeit. Viele Menschen verbinden mit dem Anblick sportlicher Outfits einen Charakter, der bodenständig ist und keine Vorurteile gegen andere hegt. „Pferde stehlen“ lässt es sich mit sportlichen Schuhen schließlich besser als in High-Heels – so lautet zumindest das Klischee.
Seit der Jahrtausendwende prägen sportliche Elemente schließlich auch die allgemeinen Trends: Urban, Street und Athleisure sind die vorherrschenden Richtungen. Als Kernelement gelten Jeans und Sneaker. Gerade Letztere haben in den vergangenen Jahren auch die Laufstege erobert und sind zum Trendaccessoire schlechthin geworden. Sneakerfans können inzwischen aus einer riesigen Bandbreite wählen – von immer angesagten Retro-Klassikern über zurückhaltend und schlichte Turnschuhe bis hin zu aktuellen Trendmodellen.
Die meisten sportlichen Menschen lieben es unkompliziert, damit fällt es ihnen auch modisch leicht, sich an unterschiedliche Anlässe anzupassen. So lässt sich ein sportliches Outfit mit wenigen Handgriffen „veredeln“, um es zu einem seriöseren Event zu tragen. Unter die Bikerjacke zieht Frau dann einfach eine elegante Seidenbluse an oder kombiniert zur sportlichen Jeans die exklusive Chanel-Jacke. Ein edles Teil genügt, um die sportliche Garderobe aufzuwerten. Ganz gemäß dem Lebensgefühl der Street- und Urban-Träger: Weniger ist mehr.
Boho ist die Abkürzung für Bohemian und bedeutet so viel wie „künstlerisch“ oder „unkonventionell“. Die dazugehörige Mode beschreiben Magazine häufig auch als Hippie- oder Vintage-Stil. Ziel der Kreationen ist es, ein Flair zu vermitteln, das man etwa auf dem Woodstock-Festival vermuten würde. Doch auch wer aktuell zu Festivals wie Coachella oder Burning Man pilgert, entdeckt den Boho-Style überall. Kennzeichnend sind weit fallende Stoffe, lange Schnitte und Ethno-Accessoires. Dabei dominieren helle und warme Farben das Bild.
Auch Männer dürfen im Boho-Style zu Schmuck greifen: Lederbänder, Talismane, Ketten und Ethno-Elemente kollidieren hier nicht mit der maskulinen Ausstrahlung. Schließlich kleidet der Boho-Style vor allem Aussteiger, die sich gegen gesellschaftliche Konventionen wenden. So wie sich einst die Hippie-Generation gegen Politik und Modediktate ihrer Zeit stellte.
Insgesamt symbolisiert der Boho-Style Weltoffenheit und eine entspannte Haltung. In einer Anwaltskanzlei liegen Modebegeisterte damit sicher nicht ganz richtig. Viele Berufstätige, die in anspruchsvollen Gebieten arbeiten, rücken mit dem Hippie-Chic in der Freizeit aber gern ihre kreativen Seiten in den Vordergrund.
Kleider machen Leute – diese über 100 Jahre alte Devise wird wohl auch in alle Zukunft gelten. Mit Stil lassen sich gewisse Persönlichkeitsmerkmale hervorbringen, doch nicht gänzlich vorspielen. Den Lifestyle einer bestimmten Moderichtung sollte der Träger auch authentisch fühlen; ansonsten wirkt er verkleidet.