Tomboy ist der kreative Kopf hinter Rocketbyz. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Musik und Street Art. Daraus hat er eine eigene, unverwechselbare Bildsprache entwickelt, die heute weit über klassische Kunst hinausgeht. Seine Arbeiten finden sich in unterschiedlichen Lebensbereichen und machen Kunst unmittelbar erlebbar.
Im Gespräch erzählt Tomboy, was ihn antreibt, wie seine visuelle Sprache entstanden ist und warum es ihm wichtig ist, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern zu leben.
Deine künstlerischen Wurzeln liegen in Musik und Street Art. Was aus dieser Zeit steckt heute noch in deiner Arbeit – und was hat sich seitdem am stärksten verändert?
Meine künstlerischen Wurzeln in der Musik und Street Art prägen mich bis heute. Diese Energie, der Drang, eigene Welten zu schaffen und Menschen zu inspirieren, steckt nach wie vor in allem, was ich mache. Verändert hat sich vor allem meine Perspektive: Heute denke ich bewusster darüber nach, wie Kunst wirken kann. Ich möchte etwas Begehrenswertes und Richtungsweisendes schaffen, das fasziniert, neue Blickwinkel eröffnet und Menschen dazu anregt, über das Gewohnte hinauszudenken.
Du beschränkst dich nicht auf klassische Kunst, sondern gestaltest unter anderem Autos, Uhren, Möbel, Mode und sogar Häuser. Was fasziniert dich daran, Kunst auf Dinge zu bringen, die Menschen tatsächlich benutzen und in ihrem Alltag erleben?
Für mich geht es darum, Kunst erlebbar zu machen. Sie soll nicht nur still in einer Ecke stehen und irgendwann in Vergessenheit geraten, sondern Teil des Alltags werden. Ob Auto, Uhr, Möbelstück, Mode oder Haus – ich möchte Dinge schaffen, die Menschen begleiten und ihr Leben schöner, individueller und außergewöhnlicher machen. Es geht darum, Kunst nicht nur anzusehen, sondern sie zu leben.
Deine fluoreszierenden Farben und auffälligen Designs sind zu deinem Markenzeichen geworden. Gab es einen Moment, in dem du bewusst entschieden hast: »Das ist meine Sprache, dafür möchte ich stehen«?
Absolut – das war der Beginn von allem. Mich faszinieren die 1960er-Jahre, besonders ihre psychedelische Bildsprache, die stark von bestimmten Bewusstseinszuständen geprägt war. Diese Energie, Farben und Formen wollte ich in die reale Welt übertragen – als positives Erlebnis und als Mindset, ganz ohne Drogen. Daraus ist meine eigene visuelle Sprache entstanden: auffällig, intensiv und voller Optimismus. Ich wollte aus etwas Negativem etwas Positives machen.
Du hast bereits mit großen Marken und internationalen Stars gearbeitet. Was bedeutet dir dabei mehr: die Anerkennung durch bekannte Namen oder die Freiheit, deine eigene kreative Vision umzusetzen?
Für mich steht die Freiheit, meine eigene Vision umzusetzen, immer an erster Stelle. Ich möchte Kunst aus meiner Perspektive schaffen und sie mit möglichst vielen Menschen teilen. Die Zusammenarbeit mit bekannten Marken, Künstlern oder Persönlichkeiten ist dabei kein Ziel an sich – sie kann aber ein weiteres Sprachrohr für das sein, was ich erschaffe, wenn sie diese Vision feiern und mittragen.
Es geht nicht um Ruhm, sondern darum, etwas Bleibendes zu schaffen. Kunst soll für alle zugänglich sein – unabhängig davon, ob jemand ein bekannter Musiker oder ein ganz normaler Angestellter ist.
Mit dem Schritt ins Metaverse verbindest du deine Kunst inzwischen auch mit Gaming und digitalen Welten. Was reizt dich an dieser neuen Form von Kunst – und glaubst du, dass sich dadurch auch die Art verändern wird, wie wir Kunst besitzen und erleben?
Mich reizt am Metaverse, dass Kunst dort nicht nur betrachtet wird, sondern zu einer ganzen Welt werden kann. Mit Rocketbyz entsteht eine digitale Umgebung, in der Menschen meine Kunst, Mode und Fahrzeuge nicht nur sehen, sondern direkt erleben können – etwa indem sie mit Rocketbyz-Fahrzeugen fahren, Kunst entdecken oder besondere Pieces wie Jacken und Accessoires in diese Welt mitnehmen.
Für mich ist das eine neue Form, Kunst zu leben. Sie wird interaktiver, persönlicher und zugänglicher. Dadurch wird sich natürlich auch verändern, wie Menschen Kunst besitzen und erleben: Digitale Werke und Gegenstände können eine eigene Geschichte und einen festen Platz in dieser Welt bekommen. Am Ende geht es aber nicht um Technik als Selbstzweck, sondern darum, neue Erlebnisse zu schaffen und Menschen noch stärker in die Rocketbyz-Welt hineinzunehmen.
Wenn du heute auf deinen Weg von der Street Art bis zu internationalen Projekten zurückblickst: Was bedeutet Erfolg für dich persönlich – und was möchtest du noch erreichen?
Ich möchte mit meiner Kunst Geschichte schreiben und etwas schaffen, das bleibt. Persönlich bedeutet Erfolg für mich vor allem Ruhe und Freiheit – die Möglichkeit, das zu tun, was ich wirklich will, und meiner Vision ohne Kompromisse zu folgen.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, dass meine Kunst Anerkennung findet, gesehen wird und einen Platz im Leben der Menschen bekommt. Genau das möchte ich weiter ausbauen: Werke schaffen, die Menschen berühren, begleiten und langfristig Bedeutung haben. Der Zukunft Farbe geben.