Claudia Schiffer hat kürzlich ihren 55. Geburtstag gefeiert. Ihr Name steht nicht nur für Glamour, sondern für eine Karriere, die vom Teenager aus Rheinberg zu einer der erfolgreichsten Mode-Ikonen der Welt führte. Zu einer Unternehmerin, die ihr Image früh in eine eigenständige Marke verwandelte.
Vom Dorfkind zur Ikone
»Ich war ein sehr schüchternes Mädchen«, erzählte Claudia Schiffer einmal. »Nie hätte ich geglaubt, dass ich Model werden könnte.« Doch 1987 wurde sie in einer Düsseldorfer Diskothek entdeckt. Das war der Beginn eines kometenhaften Aufstiegs. Innerhalb eines Jahrzehnts zierte sie über 1.000 Magazincover weltweit. Sie lief für Chanel, Dior und Versace, und Karl Lagerfeld machte sie zu einer seiner engsten Musen. »Claudia ist wie eine lebende Botschafterin deutscher Eleganz«, schwärmte Lagerfeld.
In den 1990er-Jahren gehörte Schiffer zur Supermodel-Elite, die wie Rockstars gefeiert wurden. Sie brillierte auf den Laufstegen, in Werbekampagnen, TV-Shows und sogar im Kino. Ihre Mischung aus makelloser Professionalität und nahbarer Ausstrahlung machte sie zur Lieblingsfigur von Fotografen wie Ellen von Unwerth oder Herb Ritts.
Geschäftssinn abseits des Rampenlichts
Schiffer wusste früh, dass eine Modelkarriere nicht ewig dauert, wählte ihre neuen Wege aber ganz bewusst. »Ich finde, man sollte seinen Namen und sein Gesicht nicht für etwas hergeben, an das man nicht zu 100 Prozent glaubt«, sagte Schiffer in einem Interview mit dem W Magazine, in dem sie über ihre Entscheidungsprinzipien sprach. Genau diese Haltung prägt ihre Laufbahn bis heute.
So etablierte sie sich nicht nur als Gesicht, sondern als Gestalterin. Ihr Mix aus Geschäftssinn und Stil brachte ihr den Ruf ein, das Supermodel zu sein, das den Spagat zwischen Laufsteg und Vorstandsetage meistert. Bis heute ist sie in kreativen Projekten aktiv, entwirft Kollektionen und unterstützt Kunstinitiativen. Sie brachte eigene Parfumlinien heraus, beteiligte sich an Mode- und Beautyprojekten und veröffentlichte Bücher über Mode und Fotografie.
Das Erfolgsgeheimnis »Schiffer«
Branchenkenner verweisen auf ihre Disziplin. »Sie war immer pünktlich, vorbereitet und professionell; das war ihr Markenzeichen«, erinnert sich ein ehemaliger Agent. Gleichzeitig bewahrte sie ihre Bodenständigkeit: Trotz allen Ruhms zog sie sich immer wieder ins Private zurück, lebt seit Jahren mit ihrer Familie in England und betont, dass ihr Zuhause »der wichtigste Laufsteg im Leben« sei.
55 und immer noch ein Vorbild
Dass Schiffer nun 55 ist, wirkt fast nebensächlich. Ihr Einfluss auf Mode und Lifestyle hat Generationen geprägt. Sie gehörte zu den ersten Models, die zeigten, dass man den Sprung zur Unternehmerin schaffen und eine eigene Marke unabhängig aufbauen kann, ein Weg, dem spätere Stars wie Gisele Bündchen oder Heidi Klum folgten.
Comebacks mit Stil: Chloé, Versace und Balenciaga
Schon ihr Laufsteg-Comeback 2023 für Versace war ein bewusst gesetztes Zeichen: kein nostalgisches Revival, sondern Ausdruck von Freude und Identität. Aber wie ungebrochen ihre Strahlkraft ist, zeigen auch ihre jüngsten Engagements bei drei Top-Labels. Für Chloé stand sie 2025 in der High-Summer-Kampagne »Chloé à la Plage« vor der Kamera – fotografiert von David Sims unter der kreativen Leitung von Chemena Kamali. Bei Versace glänzte sie in der Herbst/Winter-Kampagne 2025 an der Seite von Kate Moss; ein symbolträchtiger Auftritt kurz vor dem Führungswechsel im Haus. Und selbst das avantgardistische Balenciaga setzt auf ihre Aura: Schiffer ist in einer aktuellen Kampagne des Labels zu sehen, ein weiterer Beweis für ihre zeitlose Relevanz.
Diese Engagements sind nicht allein als nostalgische Rückblicke zu verstehen, sondern zeigen, wie souverän Schiffer ihre Marke steuert: als glaubwürdige Botschafterin zwischen Tradition und Moderne.
Beitragsbild: IMAGO / FAMOUS (James Warren)
Bei dem Artikel handelt es sich um einen Archivbeitrag.










